zur Navigation springen

Motivation für Mitarbeiter : Interesse an Diensträdern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Abgasskandal und lange Staus bringen märkische Unternehmen zum Umdenken.

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Dienstfahrräder werden für viele Betriebe in Brandenburg interessanter. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. „Unseren Beobachtungen zufolge beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit dem Thema“, sagte Carsten Brönstrup, Sprecher der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Für die Unternehmen sei es sinnvoll, Diensträder anzubieten, weil dies die Motivation der Mitarbeiter steigern könne. Zudem fördere regelmäßiges Radfahren die Gesundheit und sei insbesondere für kurze Strecken vornehmlich in Städten oft die schnellere und umweltschonendere Variante der Fortbewegung.

Besonders in diesem Jahr seien vermehrt Anfragen zur Anschaffung von Dienstfahrrädern von interessierten Mitarbeitern und Unternehmen eingegangen, berichtete die Geschäftsführerin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Potsdam, Lea Hartung. Die Verkehrswende weg von einer rein autozentrierten Gesellschaft sei unaufhaltsam ins Rollen gekommen, erklärt sie. „Wenn dann noch Staus und Diesel-Skandal hinzukommen, entscheiden sich immer mehr Menschen für das Fahrrad, gerade mit dem Pedelec-Boom.“ Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen realisierten langsam, dass sie mit dem Dienstradmodell sogar Geld sparen könnten.

Auch das Fahrradleasingunternehmen JobRad aus Freiburg im Breisgau verzeichnet bundesweit wachsendes Interesse an Diensträdern. „Wir zählen jetzt schon über eine Million Jobradberechtigte“, sagt Sprecherin Tina Barth. Die Mitarbeiter von Unternehmen könnten sich die Räder auf Basis von Leasingverträgen beim nächsten kooperierenden Fahrradhändler ausleihen. In Brandenburg arbeite JobRad mit 35 Fachhändlern zusammen, wovon allein 25 im Raum Potsdam zu finden seien. „Aber auch für ländliche Regionen mit schlechter Verkehrsanbindung wird das Dienstradmodell immer interessanter“, sagte JobRad-Sprecherin Barth. Dem Leasingunternehmen zufolge werden die Räder längst nicht nur für Dienstfahrten genutzt. Viele Unternehmen gestatten ihren Mitarbeitern den privaten Gebrauch. Das lässt sich sogar steuerlich absetzen. Seit einigen Jahren gibt es die steuerlichen Anreize, die für Dienstwagen gelten, auch für Dienstfahrräder, wie es aus dem Potsdamer Finanzministerium heißt. Dabei müsse der Nutzer einen Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, wenn er das Rad auch privat nutzen wolle. „Lohnsteuerlich machen neue Vertragsmodelle immer wieder eine Klärung erforderlich, ob es sich dem Grunde nach um steuerpflichtige geldwerte Vorteile handelt und mit welchem Wert diese zu versteuern sind“, sagte ein Ministeriumssprecher. Das gelte auch für die Bereitstellung von Dienstwagen und Fahrrädern zur privaten Nutzung. Aktuell beschäftige sich die Finanzverwaltung mit der steuerlichen Behandlung und Bewertung von Vertragsmodellen für Job-Bikes.

Neben Unternehmen entdecken auch immer mehr Verwaltungen im Land das Dienstfahrrad für sich. So befinden sich im Bestand des Fuhrparks der Landeshauptstadt Potsdam aktuell 42 Fahrräder, darunter zwei E-Bikes, wie Stadtsprecherin Friederike Herold mitteilte. 37 Fahrräder stünden als Dauerausleihe in den Dienststellen der Stadtverwaltung bereit und würden mehrmals in der Woche genutzt, sieben Fahrräder seien für eine tägliche Ausleihe vorgehalten. Steuerliche Vorteile spielten der Sprecherin zufolge bei der Anschaffung keine Rolle. „Wir wollen damit eine flexible, gesunde und nachhaltige Mobilität der Mitarbeiter in der Stadt ermöglichen“, betonte sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen