Russisch-orthodoxes Kloster Götschendorf : Initiator ist gestorben

Norbert Kuchinke starb im Alter von 73 Jahren.
Norbert Kuchinke starb im Alter von 73 Jahren.

svz.de von
09. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Der Initiator des russisch-orthodoxen Klosters im uckermärkischen Götschendorf, Norbert Kuchinke, ist tot. „Er ist am 3. Dezember im Alter von 73 Jahren nach einer schweren Krankheit in Berlin gestorben“, sagte der Abt des Klosters, Daniil Irbits, am Sonnabend der Nachrichtenagentur dpa. „Wir sind alle schockiert“, sagte der Abt.

Am 11. Januar soll Kuchinke auf dem Dorffriedhof von Götschendorf beerdigt werden. „Wenn unser Friedhof fertig ist, soll Norbert Kuchinke dorthin verlegt werden“, sagte Irbits. Irbits bezeichnete Kuchinke als „Friedensbotschafter“ und „Brückenbauer zwischen Deutschland und Russland“.

„Kuchinke war gläubiger Katholik, hat aber sehr viel für die orthodoxen Christen getan“, sagte Irbits. Dank seines Engagements und der Suche nach Sponsoren seien bereits drei Millionen Euro in die Klosteranlage investiert worden. In Russland sei Kuchinke sehr bekannt gewesen, nicht zuletzt durch eine Rolle in dem sowjetischen Spielfilm „Herbstmarathon“ von 1979. „Daher war es auch leicht für ihn, Sponsoren zu finden“, erklärte Irbits. Für das Kloster werde dies nun schwerer.

Kuchinke arbeitete ab 1973 als Journalist für deutsche Magazine in Moskau. Er schrieb Bücher und drehte Filme über die russisch-orthodoxe Kirche und hatte letztlich auch die Idee, ein Kloster im protestantisch geprägten Brandenburg zu gründen. Kuchinke wollte eine „Nahtstelle zwischen westlichen und orthodoxen Religionen“ schaffen, sagte er bei der Einweihung des Klosters im Mai 2011.

St. Georg ist eigenen Angaben zufolge das erste russisch-orthodoxe Kloster des Moskauer Patriarchats in Westeuropa. Zur Zeit leben laut Irbits fünf Mönche in dem Kloster. Geplant ist es für 30 Bewohner. Die Klosterkirche befindet sich derzeit im Bau.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen