Strompreise gestiegen : In 7117 Fällen den Strom gesperrt

In Brandenburg stiegen die Strompreise im Zeitraum von 2008 bis 2018 um 32,5 Prozent.
In Brandenburg stiegen die Strompreise im Zeitraum von 2008 bis 2018 um 32,5 Prozent.

Rückgang bei zeitweiligen Abschaltung in privaten Brandenburger Haushalten

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14. Januar 2020, 05:00 Uhr

Die Strompreise in Brandenburg sind zwischen 2008 und 2018 um 32,5 Prozent gestiegen, Gas verbilligte sich dagegen im selben Zeitraum um 5,5 Prozent. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion mit. Den höchsten Preisanstieg beim Strom von elf Prozent gab es 2013, den stärksten Preisverfall beim Gas von etwa acht Prozent 2010. Über die Ursachen der Preisentwicklung machte das Ministerium keine Angaben.

Der Antwort zufolge sperrten die Netzbetreiber 2018 in Brandenburg in 7117 Fällen privaten Haushalten den Strom, 963 Mal wurde die Gaszufuhr vorübergehend eingestellt. Frühere Angaben über Energiesperrungen in Brandenburg liegen nur für Strom für 2017 mit rund 7900 zeitweiligen Abschaltungen vor.

Zu den Ursachen verweist die Landesregierung auf ein Diskussionspapier des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung vom November 2017, das Daten aus der Beratungspraxis des Deutschen Caritasverbands ausgewertet hatte. Stromsperrungen und ihre Androhungen treten demnach häufig in privaten Haushalten auf, die bereits verschuldet sind, sowie bei Empfängern von Hartz IV und Grundsicherungsleistungen. Der Untersuchung zufolge wird Strom sehr häufig abgestellt, wenn die Betroffenen nur über ein geringes Bildungsniveau verfügen sowie bei Ein-Personen-Haushalten.

Nach Ministeriumsangaben können die Brandenburger auf zwei wesentliche Beratungsangebote zum Stromsparen zurückgreifen. Zum einen biete die Verbraucherzentrale des Landes an 26 Standorten eine kostenlose Beratung. Auch per Internet und Telefon können sich Interessenten informieren. Zum anderen gebe es den Stromspar-Check, ein kostenloses, vom Deutschen Caritasverband mitgetragenes Angebot an Haushalte mit geringem Einkommen. Nach Angaben der Landesregierung ist ein Ausbau der Energieberatung für Verbraucher nicht geplant. Die Angebote sollen aber besser verknüpft werden.

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