Kein gutes Storchenjahr in Brandenburg : Immer weniger Störche in der Mark

Drei der vier jungen Störche im Horst auf dem Dach vom Nabu-Besucherzentrum in Linum.
Drei der vier jungen Störche im Horst auf dem Dach vom Nabu-Besucherzentrum in Linum.

Tierschützer sorgen sich um den Erhalt des Bestandes. Im Schnitt wurden nur 1,5 bis 1,8 Junge pro Horst flügge.

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25. August 2020, 05:00 Uhr

Es sind zwar noch nicht alle Störche aus Brandenburg losgeflogen – Umweltschützer gehen aber schon jetzt davon aus, dass 2020 wieder kein gutes Storchenjahr war. „Es gibt immer weniger Brutpaare“, sagte der ehrenamtliche Leiter der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz im Nabu Brandenburg, Bernd Ludwig. Dazu wurden im Schnitt nur 1,5 bis 1,8 Junge pro Horst flügge. „Das reicht nicht aus, um den Bestand zu erhalten“, sagte der Tierschützer.

Wie viele Störche es dieses Jahr in dem Bundesland gab, könne erst im September genau gesagt werden. Die Zahlen werden gerade noch gesammelt. Sicher sagen lässt sich laut Ludwig, dass die Trockenheit und die intensive Landwirtschaft dafür gesorgt haben, dass die Vögel nicht genug Nahrung haben. Deshalb wurden unter anderem im Storchendorf Rühstädt nur 1,04 Junge pro Horstpaar flügge.


Trockenheit im April und Mai – nicht genug Regenwürmer

Weil am Bosporus zudem im Frühling schlechtes Wetter herrschte, seien einige Tiere zu spät angekommen und hätten nicht gebrütet, sagte Ludwig. Die Trockenheit im April und Mai habe dafür gesorgt, dass es nicht genug Regenwürmer gab, um die Jungtiere zu füttern. Viele seien deshalb verendet. Die Tiere hielten sich in der Regel in den Auen der größeren Flüsse auf, aber die seien teils ausgetrocknet gewesen. In den Mais-, Raps-, Getreide- und Kartoffelfeldern des Landes gebe es überhaupt keine Nahrung, sagte Ludwig.


Anfang August sind die ersten Tiere nach Süden gestartet

Anfang August sind Ludwig zufolge die ersten Tiere nach Süden gestartet. Ein Großteil sei inzwischen bereits abgeflogen. In der Regel machten sich die jüngeren Störche als erstes auf den Weg.

Ludwig berichtete, dass in der Nacht zum 9. August rund 300 Störche in Nunsdorf (Teltow-Fläming) zwischengelandet seien. „So eine große Truppe gab es in der Gegend bis jetzt noch nicht“, sagte der Storchenexperte.

Anders als in Baden-Württemberg oder Bayern blieben in Brandenburg keine Störche über den Winter. 2014 lebten laut Nabu Brandenburg 1424 Storchpaare im Land. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 1189. Ein Jahr zuvor wurden landesweit 1212 Horstpaare gezählt, von denen 895 Junge hatten.

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