Im Stich gelassen

svz.de von
16. September 2015, 17:48 Uhr

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Diesen Vorwurf muss sich die Landesregierung, namentlich der Ministerpräsident, mit Blick auf das drohende Aus für das Bahnwerk Eberswalde gefallen lassen. Dietmar Woidke hat in dem Fall nicht mehr als das Selbstverständliche getan.

Dass er sich mit dem Bahnchef an einen Tisch setzt, eine Arbeitsgruppe bildet, ist einfach sein Job. Aber mal mit der Faust auf den Tisch hauen, den von Steuergeldern abhängigen Staatskonzern Bahn an seine Verpflichtung für eine ganze Region erinnern, auch das gehört sich für einen Landesvater. Woidke hat es unterlassen. Und seit einigen Monaten hört man von ihm gar nichts mehr zum Thema. In Eberswalde, um den Bahnwerkern den Rücken zu stärken, war er übrigens auch noch nicht.

Nun ist die Frist vorbei, in der über eine mögliche Zukunft für das Werk entschieden sein sollte. Und was macht Woidke? Er schickt seinen Wirtschaftsminister vor, um den Eberswaldern auszurichten, dass sie „in nächster Zeit“ etwas aus Potsdam hören werden. Man muss es so hart sagen: Das ist respektlos gegenüber den um ihre Jobs bangenden Bahnwerkern.

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