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Warnsystem Brandenburg : Im Katastrophenfall keine Informationen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Brandenburger Kommunen ohne flächendeckendes System für Warnungen

Für den Fall, dass schwere Unwetter, Waldbrände oder Hochwasser eine Region heimsuchen, wurden von Wissenschaftlern hochkomplexe Warnsysteme entwickelt. Bei einer Fachtagung wurde diskutiert, wie Informationen schneller an die Bürger gelangen können.

Wenn die Lage brenzlig wird, läuft „Nina“ auf Hochtouren. Die App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sorgt dafür, dass Katastrophenwarnungen ohne Umschweife auf die Handys der Bürger gelangen. Seit Juni 2015 ist der Dienst verfügbar und wurde laut der Behörde 140 000 Mal heruntergeladen. Bewährt hat sich das System, als in einigen Städten ganze Viertel nach dem Fund einer Weltkriegsbombe evakuiert werden mussten.

Deutlich früher wurde die App „Katwarn“ vom Fraunhofer-Institut entwickelt, die in 60 Städten und Landkreisen funktioniert und mehr als 100 000 Mal heruntergeladen wurde. In Brandenburg ist Dahme-Spreewald angeschlossen. In Berlin nutzt es die Feuerwehr. Zuletzt kam „Katwarn“ in der Hauptstadt zum Einsatz, als eine Lagerhalle in Lichtenberg in Flammen stand und eine riesige Rauchwolke sich ausbreitete.

Die Nutzerzahlen zeigen das Problem: Von einem flächendeckenden Warnsystem kann bei beiden Produkten oder anderen Lösungen noch keine Rede sein. Dies wurde auch bei der Tagung des Kompetenzzentrums Kritische Infrastrukturen (KKI) deutlich, einem Zusammenschluss von Stadtwerken, Netzbetreibern, Kommunen und großen Unternehmen.

KKI-Geschäftsführer Stephan Boy erkennt noch große Potenziale bei der Informationspolitik. „Wir haben es leider versäumt, die Bevölkerung auf Katastrophen vorzubereiten“, meint er. Da es in Deutschland nur selten zu Großschadensereignissen komme, werde sich mit dem Thema kaum beschäftigt.

Warnungen werden im ländlichen Raum noch konventionell verbreitet. „Wir nutzen vor allem Sirenen und Lautsprecherdurchsagen der Polizei“, so Alexander Engel, Leiter der Brand- und Katastrophenschutzabteilung im Kreis Potsdam-Mittelmark. Er wünsche sich eine flächendeckende Lösung, dabei sei das Land in der Pflicht. Das Innenministerium sieht keine Lücken im Informationsfluss.  

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erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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