Katze mit viel Glück im Unglück : Illegales Tellereisen reißt einem Kater fast das Bein ab

Franziska Jeschke mit dem Kater
Franziska Jeschke mit dem Kater

Feuerwehr rettet verletzte Katze aus verbotener Falle – Tierklinik sichert Notversorgung – Amtsarzt zahlt

svz.de von
18. Mai 2017, 21:00 Uhr

Ein erschreckendes Bild bot sich kürzlich einer Spaziergängerin in Trebus: Ein Kater steckte in einem Tellereisen fest und blutete stark. Feuerwehrleute durchtrennten die Kette, schafften es aber nicht, das Tier aus der Falle zu befreien. In der Fürstenwalder Tierklinik wurde ihm geholfen.

Müde blickt der graue Kater aus großen, grünen Augen ins Behandlungszimmer. Bei jedem Geräusch zuckt er zusammen. Aber die ruhige Stimme von Tierarzthelferin Franziska Jeschke scheint ihm zu gefallen. Er dreht sich sogar um, trotz seiner massiven Verletzung. „Das Stück Bein, das in der Falle steckte, hing nur noch an ein paar Fetzen, es musste abgetrennt werden“, sagt Franziska Jeschke.

Jedoch handele es sich bislang nur um eine Notversorgung. „Wichtig ist erst mal, dass das Tier keine Schmerzen hat“, sagt die 32-Jährige, während sie den Kopf des Katers streichelt. „Normalerweise lässt man so einen Stummel nicht stehen, weil er Verletzungsgefahr bietet“, erklärt sie. Wahrscheinlich müsse das Bein amputiert werden. „Ich hatte auch mal eine dreibeinige Katze, die Tiere kommen damit gut zurecht“, so Franziska Jeschke.

Der Blick des Katers wandert zu seiner verbundenen Pfote. Ein Tellereisen, eine verbotene Falle, schnappte zu und durchtrennte das Bein fast. „Eine Bürgerin hatte die Polizei verständigt, und die hat uns angefordert“, sagt Einsatzleiter Harry Müller von der Fürstenwalder Feuerwehr. „Zwei Mann waren zuerst vor Ort. Sie forderten ein Extra-Fahrzeug an, weil sie Spezialgerät brauchten, um die Falle zu öffnen“, schildert Müller. Als er am Einsatzort eintraf, hing das Tier schwerverletzt in der Metallvorrichtung.

Das Tellereisen war mit einer Kette an einem Erdpflock befestigt. „Die Katze war relativ ruhig, aber wenn sich jemand näherte, war sie vor Schmerzen aggressiv“, erzählt Müller. „Es sah aus wie ein offener Bruch. Ich habe auch eine Katze zu Hause und sehr viel Unverständnis für so eine Quälerei“, fügt er an. Um das Tier nicht noch mehr zu verletzen, durchtrennten die Feuerwehrleute nur die Kette zum Erdpflock und fuhren den Kater mit Blaulicht und Martinshorn in die Fürstenwalder Tierklinik von Dr. Matthias Matzke.

„Das Tier erhielt eine Narkose, damit die Falle entfernt werden konnte“, sagt Franziska Jeschke. Zudem bekam der Kater Antibiotika, Schmerzmittel und einen Verband. Dass sich ein Besitzer meldet, glaubt die junge Frau, die das Fürstenwalder Tierheim leitet, nicht. „Der Kater sieht aus wie ein Streuner, ist auch nicht kastriert.“ Ein Problem seien in solchen Fällen die Behandlungskosten. 500 bis 600 Euro betrage allein der Preis für die Amputation, sagt Franziska Jeschke. „Wir gucken, dass die Wunde schnell heilt, das Tier ins Tierheim kann und keine Klinikkosten mehr anfallen.“

Im aktuellen Falle zahlt Amtstierarzt Dr. Thomas Maczek die Summe. „Wir haben ja keinen Delinquenten, dem wir sie überhelfen können“, erklärt er. Und dem Tier müsse geholfen werden. Eventuell könne das Geld zurückgefordert werden, wenn der Täter ermittelt ist. „Tellereisen sind seit einer ganzen Weile verboten“, betont Maczek. „Ich weiß auch nicht, was das soll, den Tieren einen Lauf abzuklemmen, ohne sie zu töten“, ärgert er sich.  

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