Hunderte Lkw-Ladungen im Jahr : Illegaler Müll in märkischen Wäldern

Illegal entsorgter Müll macht den märkischen Forstbehörden immer noch zu schaffen – wie hier in einem Landschaftsschutzgebiet an der Oder nahe Reitwein.
Illegal entsorgter Müll macht den märkischen Forstbehörden immer noch zu schaffen – wie hier in einem Landschaftsschutzgebiet an der Oder nahe Reitwein.

1,4 Millionen Euro kostet es die Forstbehörde in Land Brandenburg jährlich, den Abfall zu entsorgen.

svz.de von
10. April 2017, 05:00 Uhr

Blechdosen, Rasenschnitt oder gelbe Säcke: In den Wäldern Brandenburgs sammeln sich jährlich mehrere hundert Lastwagenladungen illegalen Mülls an. 1,4 Millionen Euro kostet es jedes Jahr, den Abfall zu entsorgen. Im vergangenen Jahr hätten die Forstmitarbeiter rund 5500 Kubikmeter eingesammelt, teilte das Umweltministerium Brandenburg in Potsdam mit.

In den vergangenen zehn Jahren schwankte die Menge demnach zwischen rund 5430 und 8000 Kubikmeter. Die Probleme mit illegaler Müllentsorgung seien nicht mehr so gravierend wie Anfang der 90er Jahre, aber dennoch weiterhin auf hohem Niveau, erläuterte ein Sprecher.

Die Hinterlassenschaften reichen laut Angaben bis hin zu Sonderabfällen wie gefährlichen Chemikalien. Oftmals handele es sich aber auch um Müll, der vor der Haustür kostenlos abgeholt worden wäre. „Teilweise finden sich sogar richtig sortierte gelbe Säcke im Wald“, sagte der Sprecher des Umweltministeriums.

In der Nähe von Siedlungen landeten Grünabfälle, Rasenschnitt oder andere Gartenabfälle in den Wäldern. Das führe zu unerwünschten Nährstoffanreicherungen, Schimmel und Fäulnis, Übertragungen von Pilzkrankheiten und zur Ausbreitung nicht-heimischer Pflanzen im Wald, wie etwa dem Riesen-Bärenklau, dem Indischen Springkraut oder dem Japanischem Staudenknöterich. Schädlich ist der Abfall auch für Tiere: Junge Vögel, Rehe oder Wildschweine können sich darin verfangen. Besonders betroffen sind laut Behörde Gebiete nahe der Straßen und mit Parkplätzen oder Wendemöglichkeiten für Fahrzeuge. Der meiste Müll wurde im vergangenen Jahr in den Oberförstereien Eberswalde (Barnim), Neuendorf (Oberhavel) und Lehnin (Potsdam-Mittelmark) eingesammelt.

Das illegale Abladen von Müll im Wald ist nach Ministeriumsangaben eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 20 000 Euro geahndet werden kann. Bei Gefahrstoffen könnte auch eine Straftat vorliegen. 1,1 Millionen Hektar der Fläche Brandenburgs sind Wald. Die Forstbehörde ist verpflichtet den Müll zu entsorgen, wenn nicht festzustellen ist, wer dafür verantwortlich ist.

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