IHK nach Vorwürfen der Untreue: Hauptgeschäftsführer muss gehen

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13. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Nach Vorwürfen der Verschwendung hat das Präsidium der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam den Hauptgeschäftsführer René Kohl mit sofortiger Wirkung suspendiert. Kohl habe sich nicht an Absprachen gehalten, teilte die kommissarische IHK-Chefin Beate Fernengel mit. Kohl war zunächst Ende November bei Zahlung seiner vollen Bezüge von seinen Aufgaben freigestellt worden. IHK-Präsident Victor Stimming war wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Verschwendung zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet.

Die IHK-Vollversammlung beschloss am Mittwochabend zudem, dass externe Wirtschaftsprüfer zur Aufklärung der Vorwürfe eingeschaltet werden. Drei Firmen seien in der engeren Auswahl, hieß es. Außerdem wurde eine Kommission benannt, die Kandidaten für das Amt des Präsidenten finden soll. Eine Neuwahl ist nach IHK-Angaben im Mai oder Juni zu erwarten.

Die IHK wirft Kohl schwerwiegende Verfehlungen vor. Näheres wollte Fernengel jedoch nicht nennen, nur, dass der Arbeitsvertrag mit Kohl schnellstmöglich aufgelöst und er nicht mehr entlohnt werden soll.

Die Kritik an Kohl soll im Zusammenhang mit den Verschwendungs- und Untreuevorwürfen gegen Stimming stehen. Als kommissarischer Hauptgeschäftsführer wurde der promovierte Physiker Manfred Wäsche von der IHK-Vollversammlung bestellt.

Laut Fernengel kann die IHK nun zum Alltagsgeschäft zurückkehren. Die Vollversammlung der Kammer habe unter anderem den Haushalt 2014 von 14 Millionen Euro beschlossen. Die grüne Landtagsfraktion sieht dagegen weiteren Handlungsbedarf und hat eine Änderung des IHK-Gesetzes angeregt. Das Finanzgebaren benötige externe Kontrolle. „Es sollte gesetzlich geregelt werden, dass der Landesrechnungshof künftig auch die drei Industrie- und Handelskammern des Landes prüft“, erklärte Fraktionschef Axel Vogel.

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