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Ideen für die Lausitz verzweifelt gesucht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Enquete-Kommission tagte in der Region

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2016 | 18:39 Uhr

Wie geht es mit der Lausitz weiter? Eine Anhörung vor der Enquete-Kommission des Landtags zur Zukunft des ländlichen Raums offenbarte einen Mangel an zündenden Ideen. Die Debatte über den Strukturwandel hat nicht erst mit dem Rückzug von Vattenfall begonnen, sondern wird in der Region seit Jahren geführt. Zählbare Ergebnisse hat sie bislang nicht erbracht.

Beobachter beklagen einen „Strukturwandel ohne Struktur“. Das Fazit der längst abgeschlossenen Leitbilddebatte sei in den Köpfen der Leute nie angekommen. „Die Lausitzformel wurde nicht gefunden“, fasste Hans Rüdiger Lange zusammen. Er ist Chef einer vor wenigen Monaten gegründeten GmbH namens „Innovationsregion Lausitz“. Sie soll nun einen neuen Ansatz verfolgen. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme, und die fiel vor der Enquete-Kommission nicht gut aus. Mit dem Cottbuser Volkswirtschafts-Professor Stefan Zundel legte Lange den Finger in die Wunde, um gleichzeitig zu betonen, dass es keinen Grund gebe, in der Region schwarz zu sehen.

Lange erklärte angesichts der geringen Zahl von Patentanmeldungen, dass die Lausitz in punkto Innovationen unter dem Landesdurchschnitt liege. Problematisch sei, dass hiesige größere Arbeitgeber den Hauptsitz und damit die Strategie-Abteilung woanders hätten, man sich also nicht auf Impulse von ihnen für die Region verlassen könne.

Langes Gegenentwurf und Auftrag der von IHK und Handwerkskammer getragenen Innovations-Gesellschaft: Unternehmer aus der Region müssten Wachstumstrends erkennen und sich dann auch mit Hilfe von Fördermitteln entwickeln. „Ziel ist, in ein paar Jahren hier fünf bis sechs exportorientierte Firmen mit jeweils mindestens 100 Mitarbeitern zu haben“, erklärte Lange.

Wie sehr auch Landtagsabgeordnete in altem Denken gefangen sind, zeigte die Nachfrage von Iris Schülzke (Freie Wähler). Wie er so große Firmen nach Brandenburg zu locken gedenke, wollte sie wissen. Es gehe nicht um Ansiedlung, sondern um Entwicklung aus dem Bestand, so die Antwort. Junge Menschen müssten an hiesigen Hochschulen gut ausgebildet und an das Unternehmertum herangeführt werden, sagte Lange. Das sei wichtiger als die Suche nach Leitbildern und der Lausitzformel.  

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