Gesundheit : Hustenwelle schwappt über Brandenburg

Ein Virus verursacht derzeit hartnäckigen Husten.
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Ein Virus verursacht derzeit hartnäckigen Husten.

Die Ärzte registrieren hartnäckige Infekte. Doch es gibt erst wenige Grippefälle.

Erkrankungen der Atemwege haben in Brandenburg derzeit Hochkonjunktur. Viele Patienten klagen über einen hartnäckigen Husten, wie Hausärzte berichten. Anzeichen für eine Grippewelle gibt es nach Aussagen von Experten allerdings noch nicht.

„Wir haben es momentan mit einem Virus zu tun, der den Schleimhäuten mächtig zusetzt“, sagt Ulrich Schwantes, Allgemeinmediziner aus Oberkrämer (Oberhavel). Eine Besserung binnen weniger Tage sei mit den üblichen Erkältungsmitteln kaum zu erreichen. „Die Leute brauchen eher Ruhe und vor allem Geduld.“

Viele Betroffene klagen über Reizhusten, der schlaflose Nächte bereitet und den Körper schwächt. Gefährdet seien vor allem Menschen mit chronischen Lungenleiden, erklärt Schwantes, Vizepräsident der Landesärztekammer Brandenburg. Meist klingen die Beschwerden erst nach drei Wochen vollständig ab.

„Das Wartezimmer ist voll“, sagt die Frankfurter Hausärztin Regina Weinberg. Auch aus ihrer Erfahrung brauchen die Patienten momentan viel Geduld, um den Infekt zu überwinden. Mitunter verbergen sich hinter den Symptomen schlimmere Erkrankungen. Kürzlich habe sie einen Fall mit Keuchhusten registriert, berichtet Weinberg.

Der Mediziner Wolfgang Kreischer stellt bei immer mehr Patienten sogenannte Superinfektionen fest. Wenn der Körper durch ein Virus geschwächt sei, könnten zusätzlich Bakterien weitere Erkrankungen auslösen, sagt der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Berlin-Brandenburg.

Mit einer echten Grippe hätten die derzeit grassierenden Viren jedoch nichts zu tun, sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Bislang seien nur Einzelfälle der Influenza gemeldet, eine Grippewelle rolle meist erst ab Januar über das Land. Auch die Zahl der Atemwegserkrankungen sei laut den Statistiken für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich hoch. Die Experten des RKI können seit drei Jahren auf ein bundesweites Netzwerk von Patienten zurückgreifen, die selbstständig ihre Atemwegsinfekte melden. 8000 Teilnehmer hätten sich für das Projekt „GrippeWeb“ angemeldet, berichtet Glasmacher.

Nach Angaben von Fachleuten sind bislang keine Erreger aufgetaucht, die eine verheerende Wirkung entfalten können wie die Influenza. Rund 200 verschiedene Viren lösen Husten und Schnupfen aus, sagt der Berliner Virologe Günther Schönrich. Dadurch könne der Körper keine richtige Immunität aufbauen.

Das RKI rät besonders in der Erkältungssaison zu häufigem Händewaschen. Zudem tragen eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf sowie Bewegung an der frischen Luft dazu bei, die Abwehrkräfte zu stärken.

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