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Brandenburg : Hospizdienste kämpfen mit Fachkräftemangel

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Bei der Begleitung von Todkranken fehlen sowohl ärztliches als auch pflegerisch qualifiziertes Personal

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Die Hospize in Brandenburg kämpfen mit Fachkräftemangel. „Es wird immer schwieriger, sowohl ärztliche als auch pflegerische Fachkräfte zu finden, die geeignet sind“, berichtet Angela Schmidt-Gieraths von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hospiz in Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Derzeit gibt es laut LAG im Land neun stationäre Hospize mit insgesamt 104 Plätzen. „Die Zahlen haben sich mit den Jahren erhöht.“ Ein weiteres Hospiz befinde sich in Luckenwalde in Planung.

„Noch gibt es ausreichend Hospizplätze“, sagt Vorstandsmitglied Schmidt-Gieraths. Allerdings sei die Versorgung in den einzelnen Regionen ganz unterschiedlich. So stehen Patienten im Hospiz am Drachenkopf in Eberswalde seit seiner Gründung vor zwölf Jahren lediglich neun Plätze zur Verfügung. „Die Nachfrage ist nach wie vor hoch“, sagt Pflegedienstleiter André Heenemann. Doch einen Anbau lasse das Gebäude nicht zu.

„Die stationären Hospize werden zu 95 Prozent über die Krankenkassen refinanziert“, erklärt Schmidt-Gieraths. Der Rest werde durch Spenden abgedeckt. Ähnliches gelte für die ambulanten Dienste.

Zu den Fachkräften kommen nach Angaben der LAG landesweit noch rund 1100 ehrenamtliche Mitarbeiter, die vornehmlich für die 24 ambulanten Dienste tätig sind. „2015 haben wir 120 Menschen in ihrer letzten Lebenszeit begleitet“, erzählt die Expertin. „Oft hatten die Leute familiäre Erfahrung mit der Hospizarbeit“, sagt Andrea Ladek vom ambulanten Hospizdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Pritzwalk (Prignitz) mit Blick auf ehrenamtliche Helfer. Engagiert seien aber auch viele Rentner, die in ihrer Freizeit anderen Menschen helfen wollten.

Manja Bieder vom ambulanten Kinderhospizdienst der Johanniter Unfallhilfe in Cottbus berichtet, dass es für Ehrenamtliche regelmäßig Supervisionen und Fortbildungen gibt. Ihren Angaben zufolge kann der Hospizdienst, obwohl die Krankenkassen einen Großteil der Kosten tragen, nicht kostendeckend arbeiten. „Wir sind händeringend auf Spenden angewiesen“, sagt sie.

Glücklicherweise habe man mit den Johannitern einen großen Träger, der zusätzliche finanzielle Unterstützung bringe. Den Bundesverband wolle der Hospizdienst Mitte des Monats zudem über ein geplantes Projekt informieren: Brandenburgs erstes stationäres Kinderhospiz. „Das ist schon lange unser großer Wunsch“, erklärt Manja Bieder. Bislang gebe es ein solches Angebot in der Region nur in Berlin.  

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