Spitzenfunktion für Prignitzer : Hoffmann als CDU-Generalsekretär

Gordon Hoffmann  und Ostbeauftragter Christian Hirte (l.) verfolgen Lebensgeschichten an der alten innerdeutschen Grenze.
Gordon Hoffmann und Ostbeauftragter Christian Hirte (l.) verfolgen Lebensgeschichten an der alten innerdeutschen Grenze.

Fleißiger politischer Arbeiter aus der Prignitzer steht vor seiner bisher größten Aufgabe

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16. November 2019, 05:00 Uhr

Gordon Hoffmann will noch nicht viel sagen. „Ich freue mich über das Vertrauen von Michael Stübgen und habe großen Respekt vor der Aufgabe, in der Koalition gut zusammen zu arbeiten und gleichzeitig das eigene Profil zu schärfen“, sagt der Prignitzer, der heute zum Generalsekretär der Brandenburger CDU gewählt werden soll. . Ansonsten will er sich zu den Plänen Stübgens nicht weiter äußern.

Daran tut der Abgeordnete, der seit 2009 dem Landtag angehört, auch gut. Denn nichts ist so instabil wie ein Führungsposten der Brandenburger CDU. Ein falsches Wort zur falschen Zeit und alles ist hinüber. Schon am Donnerstag, nach der Sitzung der Landtagsfraktion, wurde auf den Parlamentsfluren darüber spekuliert, ob der konservative Flügel der CDU nicht die „Methode Junghanns“ anwendet: Also den neuen Vorsitzenden Michael Stübgen mit einem Vorstand einrahmen, in dem er dann keine Mehrheit hat.

Doch Gordon Hoffmann ist bislang stets ohne größere Schäden durch die Flügelkämpfe der zerstrittenen Partei gekommen. Als bildungspolitischer Sprecher wurde ihm fraktionsübergreifend gute Arbeit bescheinigt. Egal, wer Partei- oder Fraktionsvorsitzender war: Der gelernte Erzieher kümmerte sich um Schulen, um Unterrichtsausfall, um Kitas. Themen, die in der Oppositionspartei CDU von großer Bedeutung waren, weil sie den Alltag der Menschen betreffen. Er lieferte sich spritzige Rededuelle mit den Ministern, mit Martina Münch und Günter Baaske. Nur Sprecher für Sport, sagte der eher mittelschlanke Hoffmann einmal am Rednerpult, könne er nicht werden. Das wäre dann doch eher unglaubwürdig.

Im Wahlkampf 2019 zählte Hoffmann zum engen Team um Ingo Senftleben. Er leitete die Wahlkampfzentrale, war für den Ingo-Song verantwortlich. Ein Lied, das in der politischen Blase in Potsdam kopfschüttelnd aufgenommen wurde, aber landauf, landab an Stammtischen gesungen wurde. Hat es dem Kandidaten geschadet? Die einen sagen so, die anderen so.

Jedenfalls verursachte das Lied keinen größeren Schaden, als jene Kandidaten, die, um einen Linksruck ihrer Partei zu verhindern, den Wahlkampf für die CDU auf ein Minimum reduzierten, keine Plakate klebten, hinter den Kulissen Stimmung gegen Senftleben machten.

Nach der Wahl hätte Hoffmann Minister werden können: Wenn die Wahl gut ausgegangen wäre, Senftleben gewonnen hätte. Doch seit der Niederlage hört man kaum etwas vom Prignitzer. Er hielt sich aus den Streitigkeiten heraus, machte seine Arbeit. Das könnte sich auszahlen. Am Donnerstag bescheinigte ihm Michael Stübgen, die Parteizentrale sei gut in Schuss. Was den fleißigen Arbeiter Gordon Hoffmann nun für das Amt des Generalsekretärs qualifiziert.

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