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Herbstbilanz : Hochkonjunktur im Handwerk

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburger Betriebe haben derzeit wenige Gründe zum Klagen. Nur Fachkräftemangel zeigt sich zunehmend als Wachstumsbremse.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Brandenburger Handwerksbetriebe blicken zumeist optimistisch in die Zukunft. Die Auftragsbücher sind voll, die Geschäfte laufen gut, ergaben die traditionellen Umfragen zur Herbstkonjunktur in den Handwerkskammern Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder), die gestern veröffentlicht wurden. Problematisch sehen viele den Fachkräftemangel. Allein im aktuellen Ausbildungsjahr konnten allein in Westbrandenburg über 500 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.

Das Westbrandenburger Handwerk eile weiter von Hoch zu Hoch, teilte die Handwerkskammer Potsdam mit. Angesichts der robusten Binnennachfrage und des anhaltenden Zinstiefs sehen 95,2 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend (Vorjahr 94,7 Prozent).

Über alle Gewerke hinweg betrachtet, haben die Auftragseingänge im Bereich der Handwerkskammer Potsdam im Vergleich zu 2016 noch einmal zugelegt. Die Betriebe verzeichnen zurzeit ein Auftragspolster von 8,7 Wochen. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt mit 89 Prozent einen Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau. Fast die Hälfte der Betriebe (48 Prozent) ist an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen. In diesem Zusammenhang meldeten 33 Prozent der Betriebe (plus 8 Prozent) gestiegene Umsätze. Allerdings verwiesen zum Vorjahresvergleich wieder mehr Betriebe auf gestiegene Einkaufspreise: 59 Prozent der Befragten – 13 Prozent mehr als 2016 – gaben an, dass die Einkaufspreise in den vergangenen drei Monaten gestiegen sind. Nur 39 Prozent berichteten von stabilen Einkaufspreisen (Vorjahr rund die Hälfte aller Betriebe). Die Hälfte derer, die höhere Einkaufspreise meldeten, nahmen dementsprechend auch Preisanpassungen bei den Verkaufspreisen vor.

Rund 96 Prozent der Unternehmen im Bereich der Cottbuser Handwerkskammer bewerten die Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. Der Großteil der Betriebe (96,8 Prozent) erwarte weiteres Wachstum und stabile Geschäfte, hieß es. Für gute Stimmung sorgten vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe. In allen Branchen sind nach den Angaben derzeit die Auftragsbücher gut gefüllt. Nach den Angaben reichen sie durchschnittlich über die nächsten acht Wochen.

Auch im Ostbrandenburger Handwerk ist die Lage gut: 96 Prozent der Befragten – vier Prozent mehr als im Herbst 2016 – schätzen das so ein. „Die ermittelten Auftragsbestände, die signalisierte Auslastung der Betriebe und die erfreuliche Umsatzentwicklung belegen: Die deutliche Mehrzahl der Mitgliedsbetriebe partizipiert überdurchschnittlich vom Wachstum der deutschen Wirtschaft“, sagte Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Die Betriebe seien sicher: Das Konjunkturhoch halte die nächsten Monate an.  

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