Landgestüt in Neustadt : Historisches Erbe sichern

Pferde stehen vor dem Verwaltungsgebäude des Brandenburgischen Landgestüts. Die vor 225 Jahren gebaute Einrichtung wird restauriert. Bis 2018 werden knapp 50 Millionen Euro verbaut sein.
Pferde stehen vor dem Verwaltungsgebäude des Brandenburgischen Landgestüts. Die vor 225 Jahren gebaute Einrichtung wird restauriert. Bis 2018 werden knapp 50 Millionen Euro verbaut sein.

Finanzministerkonferenz soll Neustädter Hauptgestüt besuchen: das Landgestüt braucht weiter Investitionen

svz.de von
04. März 2016, 08:00 Uhr

Das Hauptgestüt in Neustadt/ Dosse ist prächtig saniert. Finanzminister Christian Görke (Linke) will das Ensemble im Sommer seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern zeigen. Bei einem Termin vor Ort wurde er gestern mit Geldwünschen konfrontiert. Görke hat sich bei der Geschäftsführung der Stiftung Haupt- und Landgestüt angemeldet. Anfang Juni werden sich die Finanzminister der Länder zu ihrer Jahrestagung in Brandenburg treffen. Gastgeber Görke hat Neuruppin als Tagungsort gewählt – und die Neustädter Gestüte als Ausflugsziel. „Ich werde offen damit umgehen, dass wir uns das als Land leisten“, sagte er in Neustadt. Mehr als zwei Millionen Euro gibt das Land jährlich als Betriebskostenzuschuss an die Stiftung. Die Pferdezucht ist auch in anderen Ländern nicht kostendeckend, sagt Görke.

Vor zehn Jahren hatte man in Potsdam die Hoffnung, dass genau das gelingen würde. Rund 45 Millionen Euro wurden für die Sanierung der historischen Anlagen aus EU-Geldern seitdem bereitgestellt – in der Hoffnung, dass in absehbarer Zeit die Stiftung nicht zuletzt durch touristische Einnahmen auf eigenen Füßen stehen kann.

Geschäftsführerein Regine Ebert machte gestern deutlich, dass auch in den nächsten Jahren der Landeszuschuss nötig ist. Die Besucherzahlen bei Veranstaltungen stiegen zwar von Jahr zu Jahr auf zuletzt
40 000. Auch die Verkäufe von rund 50 Pferden blieben stabil. Aber die Einnahmen aus der Besamung sind in den letzten Jahren eingebrochen, berichtet Landstallmeister Uwe Müller. Folglich gelingt es nicht, Geld für die Unterhaltung der sanierten Gebäude zu erwirtschaften. Darüber hinaus will die Stiftung ein ehemaliges Hotel am Landgestüt sanieren und ein vor Jahren abgebranntes Gebäude gegenüber für den Reitunterricht wieder aufbauen. Görke zeigt Verständnis, spricht von Verantwortung für das historische Erbe, verweist aber auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen.

In den Zeiten, als die Fördergelder reichlich sprudelten, ließ das Land eine Reit- und Veranstaltungshalle bauen. Aus fördertechnischen Gründen wurde sie der Stadt übertragen und die ist hoffnungslos damit überfordert. Die Pächter kamen und gingen. Der letzte hatte versprochen, auch die brachliegende Gastronomie auf dem Gestütsgelände wieder in Schwung zu bringen. Dann scheiterte auch er. 2023 läuft der Erbpachtvertrag für die Halle aus und die Kommune ist die Verantwortung los.

Dafür entwickelt sich die Schule in Neustadt prächtig. Es ist die einzige bundesweit mit einer Spezialklasse für Reiten. Die Schüler kommen aus ganz Deutschland. Zwei Millionen Euro fließen damit in die Region – Geld für den Hufschmied, das Pferdefutter, und vieles mehr.

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