zur Navigation springen

Vorsicht mit Wildkameras : Heimliche Videos vom Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit der im Garten installierten Wildkamera den Nachbarn mitzufilmen ist nicht erlaubt / Datenschützer erreichen immer mehr Beschwerden

In Brandenburg fühlen sich nach Einschätzung der Datenschutzbeauftragten Dagmar Hartge zunehmend Menschen durch private Kameraüberwachung gestört. Entsprechende Beschwerden hätten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, erklärte Hartge in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). „Wir haben den Eindruck, dass Kameras nicht nur häufiger eingesetzt werden, sondern die Bürger diese auch stärker als potenzielle Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte wahrnehmen“, sagte sie. Zahlen lägen jedoch nicht nicht vor, da die Anfragen nicht statistisch erfasst würden.

Eine Ursache dürfte demnach sein, dass die Kamera-Technik immer erschwinglicher werde. Wildkameras sind inzwischen zu Preisen ab 100 Euro zu erwerben. Die Fotofallen lösen beim Erfassen von Bewegungen automatisch aus und sichern die Aufnahmen meist auf einer Speicherkarte. Andere Geräte zeichnen ganze Videos auf. Oft stehen Beschwerden im Zusammenhang mit Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Die rechtlichen Voraussetzungen einer zulässigen Videoüberwachung seien zudem wenig bekannt. „Um sich rechtlich abzusichern, sollten Privatpersonen eine Kamera so installieren, dass ausschließlich das eigene, familiär genutzte und umfriedete Grundstück von der Videoüberwachung erfasst wird“, hieß es. Die Kameraüberwachung sollte durch Hinweisschilder transparent gemacht werden und die Nachbarn informiert werden. Rechtswidrige Videoüberwachung könne mit einem Bußgeld geahndet werden.

In den Brandenburger Wäldern werden laut Landwirtschaftsministerium Fotofallen in dreistelliger Anzahl etwa beim Wolfsmonitoring eingesetzt. Die Kameras lieferten Daten über die Verbreitung und die Aktivitäten von Wölfen und anderen Wildtieren. Dabei müssten die Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten werden. „Aufnahmen von Personen sind sehr selten und werden gelöscht“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Auch die Brandenburger Jäger verwenden Kameras, um die Wechselgewohnheiten des Wildes zu beobachten und die Jagdstrategie danach auszurichten. „Um Wildschäden in Wald und Feld in einem erträglichen Maß zu halten, ist dies unerlässlich“, hieß es in einer Stellungnahme des Landesjagdverbandes. Die Wildkameras werden nicht direkt an Wald- und Feldwegen platziert, weil sie nicht dem Filmen von Spaziergängern dienten. Aufnahmen von Personen würden auch hier gelöscht.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen