Heilpilze in Gewölbekellern

Große Pläne : In der einstigen Käserei gegenüber dem Seelower Bahnhof sollen künftig asiatische Heilpilze wachsen. Auch eine Brauerei ist geplant.
Große Pläne : In der einstigen Käserei gegenüber dem Seelower Bahnhof sollen künftig asiatische Heilpilze wachsen. Auch eine Brauerei ist geplant.

Neugründung will einstiges Käsewerk zu neuem Glanz verhelfen / Auch eine Brauerei ist geplant

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09. Juni 2017, 05:00 Uhr

Das Seelower Käsewerk hat eine wechselvolle Nach-Wende-Geschichte. Mehrmals wechselten die Besitzer. Jetzt gibt es neue Eigentümer. Die wollen in den Gewölbekellern Heilpilze reifen lassen.

„Optisch wird das erst einmal wenig spektakulär aussehen“, erklärt Prof. Frank Deubler, Geschäftsführer der Phxyda AG mit Sitz in Neuenhagen bei Berlin. „Die Pilzkulturen befinden sich in einem verpackten Klumpen. Die Ummantelung wird, wenn diese ‚Pakete‘ im Reifekeller eingelagert sind, aufgeschlitzt und dann wachsen daraus die Pilze.“ Schon seit Jahren gebe es eine Gruppe von Investoren, die asiatische Heilpilze anbauen möchte. Mit der einstigen Käserei habe man nun einen idealen Standort gefunden.

„Es entsteht ein Unternehmen, das sich ganzheitlich mit dem Thema Arzneipflanzen und deren Wirkung auf auf den Menschen in einem geschlossenen sowie nachhaltigen Kreislauf beschäftigt“, erklärt Deubler das Geschäftsmodell. Der Markt wachse und damit die Nachfrage an pflanzlichen Wirkstoffen. „Der Bedarf an asiatischem Gemüse und Arzneipflanzen steigt stetig.“

Zu den acht Gesellschaftern mit Vorstand Mathias Stein gehört auch ein Pilzexperte. Die Gewölbekeller, in denen einst der berühmte Bluemaster reifte, seien geradezu ideal für das Vorhaben, betont Prof. Deubler, der in Innsbruck einen Lehrstuhl innehat. Man sei bereits dabei, alles vorzubereiten, um Ende Juni starten zu können. Ehe die erste Pilzernte erfolgen kann, vergehen einige Monate. In der Zwischenzeit wird umgebaut und eingerichtet. Für alle Schritte und die spätere Produktion werden Arbeitskräfte benötigt. Geplant ist auch der Einbau eines Labors, denn künftig will die Phyda AG auch selbst Forschung betreiben.

Das Unternehmen werde voraussichtlich noch im Juni einen Tag anbieten, an dem sich potentielle Arbeitskräfte – auch Teilzeit sei geplant – bewerben können, versichert Frank Deubler. Für sämtliche Umbauarbeiten wolle man vornehmlich Firmen aus der Region binden.

Die Pläne des Unternehmens gehen noch weiter. Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Jörg Schröder habe der auf die Geschichte des Areals verwiesen. Zu der gehörte auch die Brauerei. „Wir wollen wieder eine Brauerei etablieren, möglichst als Schaubrauerei“, blickt der Geschäftsführer voraus. Ob das schon bis Ende des Jahres klappt, könne er noch nicht versprechen. Allein der Einbau der Brauereiutensilien brauche drei bis vier Monate. Zudem muss das gesamte Gebäude innen komplett erneuert werden.

Und noch eine Säule wollen die Gesellschafter in Seelow aufbauen – den Anbau von Heilpflanzen. Dazu gab es bereits mit der Gärtnerei in Werbig Gespräche. Frank Deubler geht davon aus, dass auch andere Gartenbaubetriebe in Lohnarbeit für die Phyda AG Pflanzen anbauen und ernten.

Angesichts des langjährigen Stillstandes auf dem Gelände hoffen nicht nur die Seelower Kommunalpolitiker, dass die Pläne des neuen Unternehmens auch aufgehen.
 

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