Handwerker in Grenznähe frustriert: Hohe Schäden durch Kriminalität

Keine Branche ist von Diebstählen so betroffen wie das Handwerk: Kleinen Firmen f fehlt meist das Geld für teuren Sicherheitsdienst

svz.de von
11. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Viele Handwerker in Grenznähe sind wegen häufiger Diebstähle zunehmend frustriert. Die Handwerkskammern Cottbus und Dresden sprechen von einem bedrohlichen Zustand. Die beiden Kammern hatten in diesem Jahr zum dritten Mal Betriebe zur Sicherheitslage befragt. Das Ergebnis: 58 Prozent der Firmen im Landkreis Görlitz und 46 Prozent im Spree-Neiße-Kreis sehen die Situation kritisch.

Im Bereich der Cottbuser Kammer wurde ein Schaden von 1,5 Millionen Euro registriert, im Dresdner Sprengel waren es 1,3 Millionen. Allerdings liegen die Dunkelziffern höher. Nur ein Bruchteil der Handwerksbetriebe hatte den Kammern Zahlen geliefert.

Im Dresdner Raum verbuchten 40 Prozent der befragten Betriebe einen wirtschaftlichen Schaden durch Kriminalität; im Kraftfahrzeuggewerbe waren es sogar 67 Prozent. Im Süden Brandenburgs gaben 39 Prozent der Betriebe an, dass sich die Lage im zurückliegenden Jahr verschlechtert habe. Knapp die Hälfte aller an der Umfrage beteiligten Unternehmen war in den letzten zwölf Monaten Opfer von Dieben geworden.

Die Ohnmacht bei Betroffenen sei groß. Die Kammern fordern unter anderem mehr Präsenz von Polizei und Bundespolizei. Außerdem sollten die Länder Schutzvorkehrungen in den Unternehmen fördern. Die Justiz müsse schneller und härter durchgreifen. Dittrich und der Cottbuser Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher zeigten sich überzeugt, dass die Kriminalitätslage im kommenden Jahr zum Wahlkampfthema in Sachsen und Brandenburg wird. „Wenn wir das Problem nicht thematisieren, werden es Populisten und Radikale tun“, so Dittrich.

Die märkische CDU fordert in diesem Zusammenhang von Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) dauerhafte, tragfähige Maßnahmen zur Bekämpfung der Grenzkriminalität. Dafür dürfe die Polizei nicht weiter geschwächt werden. Stattdessen werde mehr Personal gebraucht, verlangte der innenpolitische Sprecher Björn Lakenmacher. Polizeireviere müssten rund um die Uhr geöffnet bleiben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen