Schwache Bilanz : Halbzeit im Fontane-Jahr

Eine Figur des Autors steht in der Leitausstellung „fontane.200/Autor“.2
Eine Figur des Autors steht in der Leitausstellung „fontane.200/Autor“.2

Veranstalter zufrieden mit der Publikumsresonanz / Aber eher schwache Besucherzahlen

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08. August 2019, 05:00 Uhr

Nur 17 500 Besucher haben bisher die Leitausstellung „Fontane 200/autor“ zum Brandenburger Fontanejahr in Neuruppin gesehen. Sie hat aus Sicht der Veranstalter dennoch die Erwartungen erfüllt. „Von Fontane-Müdigkeit ist in Brandenburg keine Spur“, sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD) gestern. Viele Menschen hätten Fontane für sich wiederentdeckt. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Menschen in die Ausstellungen gehen und sich das anschauen. Aber meine Erwartungen sind übererfüllt“, betonte Münch

„Für die Brandenburger und alle, die Brandenburg besuchen, ist Fontane im Jahr seines 200. Geburtstages eine feste Größe“, so der Geschäftsführer der Brandenburger Gesellschaft für Kultur und Geschichte, Kurt Winkler. Sein Eindruck sei, der am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geborene Schriftsteller „werde als sehr vielfältiger Autor, als sehr vielfältige Persönlichkeit wahrgenommen. Kenner werden ihren Fontane erleben, oft auch neu erleben, die Anderen finden eigene Zugänge“.

Auf Nachfrage dieser Zeitung betonte Winkler, man könne das Fontane-Jahr nicht mit der ersten Brandenburgisch-Sächsischen Landesausstellung 2014 in Doberlug-Kirchhain vergleichen. Sie hatte 100 000 Besucher. „Das war eine Landesausstellung, hier haben wir eine Kampagne, die über Monate hinweg geplant ist.“ Wenn am Jahresende rund 30 000 Gäste die Schau in Neuruppin besucht haben, seien die Veranstalter zufrieden. „Das ist mehr, als wir bei der Budgetplanung vorgesehen haben.“

Der Bürgermeister der 31 000 Einwohner-Stadt Neuruppin, Jens-Peter Golde, berichtete, dass die Kommune 2018 rund 5800 Besucher bei Stadtführungen zählte. In diesem Jahr habe man schon 6000 Teilnehmer. „Wir werden es in eine Größenordnung kriegen, die man in den bisherigen Jahren nicht hatte“, so Golde. „Die Rechnung ist aufgegangen.“

Aus Sicht der Veranstalter erfolgreich sind in Neuruppin vor allem Projekte für Kinder und Jugendliche. So werden bis Jahresende rund 5000 Brandenburger Schüler Stadtrallyes, Workshops und einen „Escape Room“ in Neuruppin besucht haben.

Und zumindest einige kleine Ausstellungen rund um Fontane scheinen erfolgreicher zu sein, als erwartet: So verbucht die Schau „Der Apotheker im Wandel der Zeit“ im Brandenburger Apothekenmuseum Cottbus seit Januar 3716 Besucher. Rund 1450 Gäste haben die Ausstellung „Am größten und genialsten ist er wohl in seinen Skizzen“, die in Schloss und Park Branitz die Bewunderung Fontanes für den Cottbuser Maler Carl Blechen darstellt, besichtigt.

Zur zweiten Leitausstellung „Fontane 200/Brandenburg – Bilder und Geschichten“ im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte kamen seit Juni nur 2500 Besucher.

Die Gesamtübersicht über die Besucher aller Veranstaltungen im Themenjahr liegt nach Angaben der Geschäftsführerin von Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, noch nicht vor. Bis Ende Dezember sind 450 Veranstaltungen für das Fontane-Jahr geplant. Es hat ein Gesamtbudget von rund vier Millionen Euro. Brandenburg stellt dafür 1,84 Millionen Euro bereit. Eine weitere Million Euro kommt von der Kulturstaatsministerin des Bundes.

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