Straßenbau 2018 in der Mark : Halbe Milliarde Euro für Straßen

Die neue L11 bei Breese soll im Oktober dieses Jahres fertig sein.
Die neue L11 bei Breese soll im Oktober dieses Jahres fertig sein.

Verkehrsministerin Schneider stellt Bauprojekte 2018 vor / In der Prignitz an der A24, der L155 bei Falkenhagen und Ortsumgehung Breese

23-73975943_23-73975944_1442577015.JPG von
15. März 2018, 05:00 Uhr

Rund 482 Millionen Euro will Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) in diesem Jahr für Bauprojekte auf Bundesautobahnen, Bundes- und Landesstraßen ausgeben. Das gab die Ministerin gestern in Potsdam bekannt. Damit steigern sich die Mittel für den Straßenbau noch einmal deutlich gegenüber den Vorjahren: 2017 standen insgesamt 450 Millionen Euro zur Verfügung, 2016 waren es 400 Millionen Euro. Insgesamt ausgegeben wurden im Jahr 2017 dank diverser Kostensteigerungen und höherer Zuschüsse von Bund und Land sogar 505 Millionen Euro. Schneider sagte, sie rechne damit, dass sich der Etat auch dieses Jahr unter anderem durch mehr Geld vom Bund weiter erhöht.

Geplant sind 2018 insgesamt 153 Projekte, vier weniger als im Vorjahr. Und manche Baumaßnahmen laufen schon seit vielen Jahren: Spitzenreiter sind dabei die Ortsdurchfahrt Dahme sowie eine Baustelle auf der Autobahn A 11. An beiden Baustellen wird seit 2009 gearbeitet. Im Fall der Stadt Dahme habe man zunächst ein Entwässerungsbecken neu anlegen müssen und die im Untergrund verlegten Leitungen neu ordnen müssen, sagte der Leiter des Landesbetriebs Straßenwesen, Andreas Klein. Im Fall der Autobahn A 11 habe etwa die Auffindung eines Bodendenkmals den Bau verzögert.

Besondere Kraft will das Land in diesem Jahr in die Ortsdurchfahrten investieren: Hier sind 60 Prozent nach Angaben von Schneider in einem bedenklichen Zustand. Die Untersuchung der einzelnen Straßen wird allerdings nur alle vier Jahre aktualisiert, so dass direkte Vergleiche schwierig sind.

In der Prignitz stehen Baumaßnahmen an der A 24, die L155 bei Falkenhagen und die Ortsumfahrung Breese auf der Liste des Ministeriuns, dabei kann es sich allerdings auch um Baustellen handeln, die bereits beendet sind.

Rund 50 Millionen Euro muss das Land nach Angaben von Schneider für Schäden ausgeben, die in den 90er Jahren durch minderwertigen Beton verursacht wurden. Auf fast allen Autobahnen im Land kommt es zu „Alkali-Kieselsäure-Reaktionen“, dem so genannten Betonkrebs. Hier müssen großflächig Fahrspuren saniert werden. So sei die Autobahn A 2, also die Verbindung vom Berliner Ring in Richtung Hannover, komplett Verdachtsfläche für Betonkrebs. Auch auf der A9 Richtung Leipzig, der A13 und der A15 würden in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen erforderlich. Der Chef des Landesbetriebs Straßenwesen, Albrecht Klein, sagte, die Beseitigung aller Schäden werde nicht vor dem Jahr 2030 vollendet sein. Hintergrund ist, dass in den 1990er Jahren für den Bau der Betonfahrbahnen Kiessorten verwendet wurden, die die Fahrbahnen brüchig werden lassen. Heute gibt es vorab entsprechende Tests, ob der Kies geeignet ist.

Neu auf dem Programm stehen auch 20 Radwege an einzelnen Abschnitten von Bundes- und Landstraßen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen