Grundstücksdeal: Land hat Geld teilweise zurückgezahlt

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04. September 2010, 01:57 Uhr

Potsdam | Die Landesregierung hat das Parlament offenbar dreist in die Irre geführt bei dem Versuch, den umstrittenen Verkauf einer Landesliegenschaft als ganz normales, sogar sinnvolles Geschäft darzustellen. Denn nach internen Unterlagen und neuen Presserecherchen gibt es seit Jahren umfangreiche Versuche, das noch immer landeseigene 120-Hektar-Areal gewinnbringend weiter zu verwerten - ohne dass dabei die öffentliche Hand mit profitieren würde. Und inzwischen hat Brandenburg offenbar einen Teil der einst für den Erwerb von einer ominösen Investorengruppe schon angezahlten 1,4 Millionen Euro wieder zurücküberwiesen. Bei dem Deal hatten bekanntlich Finanzminister Rainer Speer (SPD) und zwei weitere Vorstandsmitglieder seines Fußballvereins eine wesentliche Rolle gespielt.

Gleichzeitig wurde weiter durch Recherchen des "Stern" bekannt, dass bestimmte Teile des Geländes von den angeblich klammen Investoren möglichst gewinnbringend angeboten werden und mit Interessenten auch schon Verträge unterzeichnet wurden, die allerdings noch der Zustimmung des Landes bedürfen. Von all diesen Aktivitäten hatten weder der frühere Finanzminister Speer, noch der heutige Amtsinhaber Helmuth Markov (Linke) auch nur andeutungsweise berichtet, obwohl Markov dies bekannt sein müsste. Markov verschwieg auch, dass für den größeren Teil des Areals der Verkauf faktisch schon längst wieder rückabgewickelt worden war und das Land inzwischen wieder genau so in der Verantwortung steht wie 2007, als die Vereinsfreunde von Rainer Speer tätig wurden.

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