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Brandenburg

20. Oktober 2017 | 20:14 Uhr

Verkehr : Grüne wollen Busse fördern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fahrzeuge in Brandenburg fahren oft nach Berlin – doch zwischen den Regionen gibt es nach Ansicht der Grünen Lücken

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Das Land Brandenburg soll nach dem Willen der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen künftig nicht nur Eisenbahnlinien, sondern auch besonders bedeutende Buslinien mit Landesmitteln fördern. Bislang würden die Buslinien von den Landkreisen bestellt und finanziert, und endeten deswegen meist an der Kreisgrenze, sagte der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Michael Jungclaus, gegenüber dieser Zeitung. Ein weiterer Schwerpunkt des öffentlichen Nahverkehrs seien Verbindungen in die Ballungsräume Berlin und Potsdam. Oft fehlten aber direkte Verbindungen zwischen den großen Mittelzentren im Land.

Die Eisenbahnstrecken gingen sternförmig von Berlin aus ins Land, wichtige Querverbindungen würden fehlen. In vielen ländlichen Regionen des Landes Brandenburg sei man ohne Auto leider immer noch abgehängt, konstatierte Jungclaus. „Dieses öffentliche Nahverkehrsangebot ist völlig unzureichend. Ein Netz landesbedeutsamer Buslinien, deren Taktung auf den Bahnverkehr abgestimmt ist, würde hier zu einem Quantensprung führen“, betonte Jungclaus. Er begrüßte die seit 2015 bereits auf einigen Strecken eingeführten „PlusBusse“, die in die richtige Richtung gingen.

Die Grünen haben bei der Beratungsfirma ECT Transport Consultants ein Gutachten erstellen lassen, das eine Reihe von Korridoren auf praktische Umsetzbarkeit prüfte. Dazu zählt auch die heute schon vom privaten Betreiber „Flixbus“ bediente Verbindung von Cottbus über Spremberg und Hoyerswerda nach Görlitz.

Zudem halten die Berater eine Verbindung von Neuruppin über Rheinsberg nach Fürstenberg und Neustrelitz für sinnvoll, ebenso eine Strecke zwischen Wandlitz und Bernau. In dem Einzugsgebiet lebten rund 100 000 Menschen, die Strecke von Oranienburg ins nahe gelegene Bernau erfordere derzeit aber mit dem öffentlichen Nahverkehr große Umwege über Berlin, kritisierte der Grünen-Politiker.

Potentielle Buskorridore sieht das Gutachten auch zwischen Templin und Prenzlau, zwischen Perleberg und Ludwigslust oder zwischen Pritzwalk und Plau am See.

Viele dieser Strecken sind ehemalige Eisenbahnverbindungen, die im Laufe der Jahre aus Mangel an Reisenden stillgelegt wurden.

Jungclaus betonte gegenüber dieser Zeitung, dass die Grünen prinzipiell weiter den Schienenverkehr präferierten. „Aber vielleicht kann man dort, wo heute schon kein Zug mehr fährt, durch ein gutes Busangebot die Nachfrage so voranbringen, dass eines Tages dort wieder Züge nötig werden.“

Zudem würden auch in Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Rheinland-Pfalz Buslinien mit landesweiter Bedeutung von den Ländern finanziert. In Baden-Württemberg und Thüringen werden solche Busverbindungen gerade eingerichtet.

Das Infrastrukturministerium lehnte ein eigenes Programm mit Geld des Landes ab. Die Landesregierung gebe den Kommunen jedes Jahr 85 Millionen Euro für den Nahverkehr mit Bussen. Es liege in der Verantwortung der Kreise, auch kreisübergreifende Linien anzubieten.„Die Auftraggeber müssen sich untereinander abstimmen“, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu. Wenn das Land ein eigenes Programm auflege, drohten unnötige Parallelstrukturen.

 
 




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