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Alternatives Energiekonzept für Brandenburg : Grüne: Stromversorgung kohlefrei

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neue Studie vorgestellt / Schrittweise Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde bis 2030 ohne Engpässe möglich

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Brandenburgs Grüne haben sich erneut für einen raschen Ausstieg aus der Lausitzer Braunkohle ausgesprochen. Gestern stellte die energiepolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Heide Schinowsky, eine Studie des Professors an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, Jochen Twele vor, wonach auch eine schrittweise Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde bis zum Jahr 2030 zu keinerlei Problemen bei der Energieversorgung führen würde.

Twele, der aus der Windkraftbranche kommt, argumentiert im Gegensatz zur Landesregierung, dass ein Netzausbau in Brandenburg nicht nötig sei – wenn die Braunkohle vom Netz gehe. Der Netzausbau sei vor allem erforderlich, weil die erneuerbaren Energien und die Kohle zusammen derzeit ein Überangebot produzierten. Es gebe einen Energieüberschuss, der in diesem Maße gar nicht nötig sei.

„Die Kohle bis 2030 im System zu behalten, macht das System teuer“, sagte Twele. „Wenn wir geordnet aussteigen, brauchen wir keine Netzverstärkung.“ Dadurch würden auch die Stromkunden entlastet: Die erhöhten Strompreise würden noch stärker steigen, wenn man jetzt noch Netze ausbaut, die gar nicht nötig seien. Twele bestätigte, dass es über das Jahr verteilt immer wieder so genannte „Dunkelflauten“ gebe, also nächtliche Windstille, bei denen weder Solar- noch Windkraftwerke lieferten. In solchen Fällen würden aber Gas- und Biomassekraftwerke liefern können, zudem könne Strom aus anderen Regionen zugekauft werden, in denen gerade der Wind wehe. Für 2030 geht die Studie davon aus, dass 80 Prozent des Brandenburger Stroms aus Wind- und Sonnenenergie und 20 Prozent aus thermischen Kraftwerken ohne Braunkohle stammen könnten. „Die von der Landesregierung immer wieder aufgestellte Behauptung, die Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde bis 2030 gefährde die Versorgungssicherheit, solange keine neuen Speichertechnologien für die erneuerbaren Energien zur Verfügung stünden, erweist sich laut der Studie als falsch“, sagte Schinowsky. „Zudem wurde belegt, dass der Aufschluss neuer Tagebaue mit den in der Energiestrategie 2030 der Landesregierung verankerten Klimaschutzzielen inkompatibel ist.“ Vielmehr beinhalte die bislang gültige Planungsgrundlage für Brandenburgs Energieversorgung bereits den Beginn des Auslaufens der Brandenburger Braunkohleverstromung.

 

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