zur Navigation springen

Flughafen Berlin : Giftattacke auf Ingenieur des BER

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt. Gutachter weisen tödliche Substanz im Kaffee nach

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 20:45 Uhr

Auf einen Ingenieur am Flughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald) soll im Mai vergangenen Jahres eine Gift-Attacke verübt worden sein. Seit Juni 2015 ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Unbekannt, nachdem ein medizinisches Gutachten eine Vergiftung nachgewiesen hatte.

Der Mann ist eine der Führungskräfte am BER-Terminal und war vor einem Jahr plötzlich am Arbeitsplatz zusammengebrochen. Was zunächst nach einer Kreislaufschwäche aussah, entpuppte sich später als Vergiftung – Medienberichten zufolge soll dem Mann eine nicht frei erhältliche und tödlich wirkende Substanz in den Kaffee gemischt worden sein. „Es gibt keine konkreten Tatverdächtigen“, bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus die Ermittlungen wegen Verdachts auf gefährliche Körperverletzung gegen unbekannt. Details will die Staatsanwaltschaft nicht verraten. Er gehe davon aus, dass das Opfer selbst den Fall angezeigt hat, nachdem Gutachter eine Vergiftung nachgewiesen hatten. Der Ingenieur überlebte den Anschlag und fiel mehrere Monate an seinem Arbeitsplatz aus.

Der Ingenieur soll davor an der Aufdeckung eines Korruptionsskandals beteiligt gewesen sein. Kurz vor dem Zusammenbruch des Mannes auf der Baustelle war ein Schmiergeld-Skandal am Flughafen aufgeflogen, in den ein BER-Prokurist und drei Mitarbeiter des inzwischen insolventen Gebäudeausrüsters Imtech verwickelt waren: Der Prokurist hatte Bestechungsgelder angenommen. Das Opfer und Imtech sollen sich nach Informationen der „Bild am Sonntag“ schon von anderen Baustellen her kennen.

Die drei früheren Imtech-Manager und der BER-Prokurist sind inzwischen durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin angeklagt worden. „Wir warten auf den Verhandlungsbeginn vor dem Landgericht Cottbus“, sagt der für Korruption zuständige Staatsanwalt Frank Winter am Montag.

Es sei der letzte der großen Korruptionsfälle rund um das Milliardenprojekt BER. Schon zuvor war der einstige Technik-Chef Jochen Großmann wegen Bestechlichkeit und Betrugs zu einer Bewährungsstrafe sowie einer Zahlung von 200 000 Euro verurteilt worden, nachdem er dabei ertappt worden war, sich von einer Bieterfirma um rund eine halbe Million Euro schmieren zu lassen.

Ebenfalls mit Verurteilungen endeten nach Auskunft der Neuruppiner Staatsanwaltschaft Verfahren gegen korrupte Verantwortliche des Abwasserzweckverbandes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen