Potsdam : Geschenk zum Lenné-Jubiläum

Am Marmorpalais im Neuen Garten von Potsdam wurden durch die Beseitigung des Wildwuchses am Wasser und den Beschnitt der Bäume die historischen Sichtbeziehungen im Landschaftsgarten wiederhergestellt.
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Am Marmorpalais im Neuen Garten von Potsdam wurden durch die Beseitigung des Wildwuchses am Wasser und den Beschnitt der Bäume die historischen Sichtbeziehungen im Landschaftsgarten wiederhergestellt.

Ein 26-jähriger Gartengehilfe hatte Visionen: Zurück zur Natur in den Parks. Heute wird das Werk von Lenné als Unesco-Welterbe geehrt.

svz.de von
24. Februar 2016, 05:00 Uhr

Freier Blick in die Weite der Potsdamer Parklandschaft: Zur Würdigung des Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné (1789-1866) ist seit gestern eine von ihm erdachte Sichtachse wieder erlebbar. Vom Neuen Garten über den Heiligen See bis zum Flatowturm in Babelsberg könne ungehindert geblickt werden, sagte Michael Rohde, Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

In diesem Jahr wird des 150. Todestages von Lenné gedacht. Vor 200 Jahren kam er als 26-jähriger Gartengehilfe aus dem Rheinland nach Potsdam. Hier wirkte er 50 Jahre als Gartendirektor. Der von ihm umgestaltete Park von Potsdam-Sanssouci ist heute Unesco-Welterbe.

Lenné nutzte die von Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) gegebene Chance zur Umgestaltung des zugewucherten und altmodischen Neuen Gartens. Jedoch waren seinen Plänen finanzielle Grenzen gesetzt, sagte Gerd Schurig, Kustos Gartendenkmalpflege. Räume, Wege und Uferbegrenzungen seien für ihn wichtige Gestaltungsmittel gewesen. Er komponierte weite Wiesenräume, die dazu verlockten, in die Ferne zu blicken. „Er nahm sich die Natur zum Vorbild, versteckte das aber hinter seiner Kunst“, betonte Schurig. In der inszenierten Parklandschaft von etwa 100 Hektar sei nichts dem Zufall überlassen worden. Bänke beispielsweise haben noch heute den von Lenné vorbestimmten Platz. Von dort aus konnten Sichtachsen genossen werden, sagte Schurig.

Lenné hinterließ auch Spuren im Rheinland, in Berlin und in Magdeburg. Zu seinen Verdiensten gehört die Gründung von Baumschulen und Gärtnereien. Auch die heutige Deutsche Gartenbaugesellschaft geht auf ihn zurück.

Gudrun Janicke

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