Hohe Ernteausfälle : Geringere Apfelernte befürchtet

Kita-Kinder lassen sich sich die frische Ernte auf der Apfelplantage der Märkischen Obstbau GmbH in Groß Kreutz ( Potsdam-Mittelmark ) schmecken.
Kita-Kinder lassen sich sich die frische Ernte auf der Apfelplantage der Märkischen Obstbau GmbH in Groß Kreutz ( Potsdam-Mittelmark ) schmecken.

Frost und Hagel haben den Erträgen geschadet / Bauern hoffen aber auf bessere Preise

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03. September 2019, 05:00 Uhr

Spätfröste und Hagelschäden werden voraussichtlich in diesem Jahr zu einer unterdurchschnittlichen Apfelernte führen. Die Erzeuger hoffen auf auskömmliche Preise. Für die Verbraucher dürften sich die Kilopreise im üblichen Bereich bewegen, schätzte Helwig Schwartau von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Hamburg. Er rechne mit Preisen von 1,45 Euro bis zwei Euro pro Kilo. „Das ist der normale Bereich, der der Ware auch gerecht wird.“ Immerhin sorgt die Sonne dafür, dass die Früchte von guter Qualität sind. Die Erzeuger erhoffen sich nach einem Überangebot im Vorjahr wieder Erlöse, die die Produktionskosten decken. Von den Hagelschlägen seien alle deutschen Anbaugebiete betroffen gewesen, sagte Schwartau.

Die Apfelernte in Brandenburg ist von einer Spätfrostnacht Anfang Mai zum großen Teil zunichte gemacht worden. „Dafür gibt es nur ein Wort: Katastrophe“, sagt Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Blüten und Teile der Fruchtansätze zersprangen im Frühjahr wie Glas. Ausgebildete Früchte fielen wegen Trockenheit im Juni von den Bäumen. „Es tut uns weh. Wir wissen noch nicht, wie viele Betriebe das überstehen werden“, sagt er.

Viele fürchten einen Ausfall von 90 bis 100 Prozent. Die Verluste können noch nicht genau beziffert werden.

Insgesamt rechnen die Experten 2019 mit einer Gesamterntemenge von rund 912 000 Tonnen in Deutschland. Die Durchschnittsmenge liegt bei gut einer Million Tonnen Äpfel. Wegen der Hagelschläge seien 30 000 bis 40 000 Tonnen Tafeläpfel verloren gegangen, sagte Schwartau. Für einzelne Betriebe sei die Situation existenzbedrohend. Nicht alle würden von den voraussichtlich steigenden Erzeugerpreisen profitieren.

Für die Erzeugerpreise ist die europäische Apfelernte wichtig - diese wird den Prognosen zufolge mit rund 10,6 Millionen Tonnen um gut drei Millionen Tonnen geringer ausfallen als 2018. Das liege daran, dass die osteuropäischen Anbaugebiete, vor allem Polen, unter den Folgen von Spätfrösten leiden. „Aber im Alten Land haben 70 Prozent der Bestände Frostschutz“, sagte Schwartau. Mit Hilfe von Beregnungsanlagen können Obstbauern die Bäume schützen.

Insgesamt sei mit einer steigenden Verbrauchernachfrage nach Äpfeln zu rechnen, da die Ernte in Hausgärten und auf Streuobstwiesen in diesem Jahr geringer ausfallen werde als 2018, sagte Schwartau. Das liege vor allem an der Trockenheit, aber auch an der so genannten Alternanz: Nachdem die Bäume im vergangenen Jahr sehr reichlich trugen, bräuchten sie in diesem Jahr gewissermaßen eine Ruhepause -mit einem entsprechend geringeren Ertrag.

Rund 30 Prozent der Ernte gehe in den Verarbeitungsbereich und wird etwa zur Saftherstellung verwendet. Aber nr mit dem Verkauf der Tafelware könnten die Bauern Geld verdienen.

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