Gedenken zum 23. Todestag von Amadeu Antonio in Eberswalde

Mit Kerzen und Blumen gedenken Einwohner im Jahr 2000 des getöteten Angolaners Amadeu Antonio.
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Mit Kerzen und Blumen gedenken Einwohner im Jahr 2000 des getöteten Angolaners Amadeu Antonio.

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06. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Er kämpfte tagelang um sein Leben - vergeblich. Der 28 Jahre alte Angolaner Amadeu Antonio starb am Nikolaustag 1990, nachdem er in der Nacht zum 25. November in Eberswalde von rechtsextremen Jugendlichen ins Koma geprügelt worden war. 23 Jahre später erinnern morgen zahlreiche Initiativen, Freunde und Vertreter der Stadt an das Opfer.

Bei einer Gedenkstunde an der Gedenktafel für Antonio werden Freunde und Angehörige sprechen, wie eine Sprecherin der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin sagte. Am Abend sei eine Lesung in den Räumen des Afrikanischen Kulturvereins geplant. Auch Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) wird nach Angaben der Stadt bei der Veranstaltung sprechen.

Die Täter waren damals mit Zaunlatten und Baseballschlägern auf Antonio losgegangen. Fünf Jugendliche wurden zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Auch gegen drei Polizisten wurde ermittelt. Sie sollen dem Angriff tatenlos zugesehen haben. Die Anklage wurde jedoch von zwei Gerichten nicht zugelassen. Die Beamten seien nicht unmittelbar am Tatort gewesen und hätten kein Funkgerät gehabt, hieß es zur Begründung. Der 28-jährige Antonio war eines der ersten Opfer rechter Gewalt in Ostdeutschland nach der Wende.

In Eberswalde war im Vorjahr lange gestritten worden, ob eine zentrale Straße den Namen des Mordopfers tragen soll. Das hatten die Stadtverordneten abgelehnt und stattdessen Ende 2012 beschlossen, ein Bildungszentrum nach Antonio zu benennen. Dafür werde im Moment für rund 8 Millionen Euro eine Schule umgebaut, sagte der Sprecher der Stadt. Das „Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio“ soll im Juli 2014 eröffnet werden.

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