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Seelower Höhen : Gedenken in Schwarz-Rot-Gold

vom
Aus der Onlineredaktion

Es klingt wie eine Posse aus der brandenburgischen Provinz: Der oberste Denkmalpfleger und ein Landrat streiten um einen Weg in den Farben Schwarz-Rot-Gold. Hintergrund ist nicht etwa Nationalismus, sondern der Zahn der Zeit.

Um einen leuchtend schwarz-rot-gold gepflasterten Weg in der brandenburgischen Gedenkstätte Seelower Höhen ist ein heftiger Streit entbrannt. Er liegt unterhalb des bekannten Standbildes eines Rotarmisten und wurde vor einem halben Jahr saniert - in der ursprünglichen Farb-Kombination, wie das Landratsamt erklärt. Nun besteht der Landeskonservator Thomas Drachenberg darauf, dass stattdessen wieder verwitterte graue Platten ausgelegt werden.

Zuerst hatte die „Märkische Oderzeitung“ berichtet. In der Gedenkstätte wird an die entscheidende Schlacht um Berlin im April 1945 erinnert.

Bei der Sanierung des Weges habe die Denkmalpflege die Auflage erteilt, den ursprünglichen Zustand zu erhalten, sagte der Sprecher des Landkreises, Thomas Berendt. Beim Bau des Weges im Jahr 1972 seien die Pflastersteine in den Farben Schwarz-Rot-Gold und Grau verlegt worden, als Symbol der deutsch-sowjetischen Freundschaft - und nicht etwa aus Gründen eines deutschen Nationalismus. Diese Gestaltung habe die Baufirma entdeckt, als die Steine ausgegraben wurden und an der Unterseite farbig waren. Die Farben seien im Laufe der Jahre verwittert und der Weg habe deswegen zuletzt grau ausgesehen erschienen.

Ein Krisentreffen zwischen dem Landeskonservator und Landrat Gernot Schmidt (SPD) habe am Dienstag keine Einigung gebracht, berichtete Berendt. „Der Landeskonservator besteht weiter darauf, dort wieder graue Steine zu verwenden.“ Doch der Landrat verweise darauf, dass man sich bei der Sanierung des Weges Ende September vergangenen Jahres exakt an die Vorgaben der Denkmalpflege gehalten habe. Eine Stellungnahme des Landeskonservators war zunächst nicht zu erhalten.

„Die Firma hat sich aus unserer Sicht genau an die Vorgaben der Denkmalpflege gehalten“, betonte Berendt. Und schließlich sei die Sanierung von drei Spendern mit insgesamt 45 000 Euro finanziert worden. „Aber wenn der Landeskonservator eine andere Gestaltung anordnet, werden wir uns dem fügen.“

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