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Historische Seezeichen : Gaselaner holten weitere, bei Sassnitz versunkene Boje

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Aus der Onlineredaktion

In Fürstenwalde gebautes und bei Sassnitz versunkenes Seezeichen wird jetzt von Azubis saniert

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 11:55 Uhr

Nach dem die Ex-Gaselaner Klaus Rattemeyer, Hans Panten, Siegfried Rolle und Lothar Hohenstein mit der Boje am Kreisel ein neues Wahrzeichen für die Domstadt gesetzt haben, sind die umtriebigen Rentner schon wieder in Sachen historische Seezeichen aktiv.

2,4 Tonnen schwer ist die Boje, die vom Meeresgrund der Ostsee nordöstlich von Sassnitz vom Mehrzweckschiff „Arkonia“ geborgen wurde. Wahrscheinlich wurde das schwimmende Seezeichen durch eine Kollision versenkt. Das Typenschild an der völlig verrosteten, gasbetriebenen Flach-Wasser-Tonne, die viele Jahre ihren Dienst in der Ostsee tat, weist darauf hin, dass sie – wie Tausende weitere –1953 in Gaselan produziert wurde. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund, von dem schon die große Boje am Fürstenwalder Kreisel ursprünglich stammt, hat auch das neue Fundstück den Ex-Gaselaner Hobby-Historikern als Leihgabe angeboten. „Sie wissen, dass das Stück bei uns in guten Händen ist“, sagt Klaus Rattemeyer.

Der 76-Jährige koordinierte persönlich den Transport von Stralsund nach Fürstenwalde. Dort übernahm Hans Panten. Der Stahlkoloss wurde bei der Firma Reuther – ein Nachfolgebetrieb des ehemaligen Gase-lan – abgeladen. In der riesigen Produktionshalle, in der heutzutage Windtürme und Pool-räder gefertigt werden, bekam die Tonne eine Schönheitskur. „Das wuchtige Teil wurde gestrahlt und mit einem neuen Anstrich versehen“, erzählt Hans Panten und betont: „Ohne die Hilfe der Firma Reuther hätten wir das nicht geschafft.“

Auch für den Transport des tonnenschweren Seezeichens wurde Unterstützung gebraucht. Aufladen ging durch den Industriekran von Reuther problemlos, aber die Entladung im Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) an den Mühlenbrücken in Fürstenwalde, wo das Teil von Azubis saniert werden soll, gestaltete sich wegen des Gewichtes fast aussichtslos. Kurzerhand sprang der Kranservice Jäcke ein und hievte den Stahlkoloss ans Ufer, wo schon eine kleinere Tiefwassertonne in himmelblau und diverse Zusatzteile für den Aufbau der Seezeichen lagern. Dort warten schon Claas Hübner, Ausbildungsleiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, und die Azubis Maik Woßler, Alexej Lioubimov und René Lindenberg. Sie wollen das historsische Teil wieder funktionstüchtig aufbauen. Akribisch nehmen sie das neue Projekt in Augenschein und fachsimpeln mit Klaus Rattemeyer und Hans Panten, der alte Zeichnungen und eine Original-Tonne im eigenen Garten hat. „An der Boje muss gesägt, gefeilt und gebohrt werden. Das passt genau in die Ausbildung unserer Metallbautechniker“, sagt Claas Hübner, der mit seinem Kollegen vom Fürstenwalder Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Gordon Starcken, gern die Kooperation mit den Ex-Gaselanern eingeht. Über die Standorte der sanierten Bojen wird derweil noch diskutiert.

 

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