Schloss Potsdam-Babelsberg : Gartenkunstwerk für eine Kaiserin

Blick von der Schlossterrasse in den von Pückler angelegten Babelsberger Park Fotos: Bernd Settnik
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Blick von der Schlossterrasse in den von Pückler angelegten Babelsberger Park Fotos: Bernd Settnik

Fürst Pückler liebte Reisen, gab einem Eis seinen Namen. Er war mit einer Kaiserin befreundet und schenkte ihr einen Papagei.

svz.de von
29. April 2017, 05:00 Uhr

Außen schon schick und saniert, im Inneren wartet noch viel Arbeit auf die Restauratoren: Im Schloss Potsdam-Babelsberg wird an den außergewöhnlichen Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) erinnert. Die Schau „Pückler. Babelsberg - Der grüne Fürst und die Kaiserin“ rücke das Leben des Exzentrikers in den Blick, sagt Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Die spätere Kaiserin Augusta (1811-1890) beauftragte Pückler, den sie einen „Zauberer“ nannte, mit der Gestaltung des Parks von Schloss Babelsberg. Auf Schautafeln werden sein Wirken, seine Ambitionen in der Obst- und Pflanzenzucht oder Überlegungen für neue Gartengeräte illustriert. Wertvolle Autographen geben auch einen Einblick in sein literarisches Schaffen.

Augusta und den Gartengestalter verband eine enge Freundschaft: Er schenkte ihr alljährlich zum Geburtstag in seinen Gewächshäusern gezogene Ananas oder Souvenirs von seinen Reisen. Einst erhielt sie sogar einen blauen Ara-Papagei.

Im Gegenzug setzte Pückler auf Anerkennung durch das Monarchenpaar mit Orden und Ehrungen. Für sich selbst schuf er die Parks in Muskau (Sachsen) und Branitz bei Cottbus.

„Pückler hat sein Talent in Babelsberg eingesetzt, um etwas einzigartiges zu schaffen“, sagte Michael Rohde, Direktor der Abteilung Gärten der Stiftung. Es entstanden künstliche Wasserspiele, Felsen und Terrassen. Ausgewachsene Bäume wurden von ihm so platziert, dass der freie Blick aus den wiederhergestellten großen Fenstern nicht behindert wird.

Babelsberg sei für ihn ein Gesamtkunstwerk gewesen, mit dem er seine Leistung als preußischer Gartengestalter unter Beweis stellen konnte, sagte Rohde. Nichts habe er dem Zufall überlassen, alles sei kunstvoll und planvoll in Szene gesetzt worden.

Ab 1843 war Pückler im Auftrag des Paares in Babelsberg tätig. Zuvor hatte der Potsdamer Gartendirektor Peter Joseph Lenné (1789-1866) Wege und Pflanzungen angelegt. Pückler veränderte sie trotz Ankündigungen aber nicht.

Das Schloss wurde ab 1833 für den preußischen Prinzen und späteren Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und seine Gattin gebaut. Die ersten Pläne stammten von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841). Mehr als 50 Jahre lang verbrachte das Monarchenpaar den Sommer in dem im englischen Stil erbauten Schloss.

Zuletzt waren die Räume des Schlosses 2003 zugänglich. Zu DDR-Zeiten lag der Park an der innerdeutschen Grenze, das Schloss wurde als Museum genutzt. Die Veranstalter rechnen mit 30 000 bis 40 000 Ausstellungsbesuchern. Das Anwesen gehört mittlerweile zum Unesco-Weltkulturerbe.

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