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Tourismus im Aufwind : Gästezufriedenheit im Land steigt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Initiativen für eine höhere Qualität der Angebote zeigen Wirkung – Digitalisierung bleibt wichtige Aufgabe für Tourismusunternehmen

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Brandenburg wird ein immer beliebteres Reiseziel, das zeigen die steigenden Übernachtungszahlen. Doch nicht nur diese. Auch die Zufriedenheit der Urlauber mit der Qualität der Angebote vor Ort steigt. Das zeigt die Ausweitung des TrustScore, der die Gästebewertungen auf über 30 Online-Buchungsplattformen für Hotels zu einem Gesamtwert der Kundenzufriedenheit zusammenfasst. Brandenburg erreicht 81,4 von 100 möglichen Punkten. Die Mark legte damit um zwei Punkte gegenüber 2012 zu. „Brandenburg hat sich gemacht“, sagt Peter Krause, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Brandenburg die Zahlen. „Klar ist hier noch einiges an Luft nach oben, aber wir haben mit vielfältigen Maßnahmen viel erreicht und konnten die Qualität im Tourismus spürbar weiter verbessern.“

Die Qualitätssteigerung wesentlich befördert haben viele Programme und Aktivitäten der Tourismusakademie Brandenburg wie „Service-Qualität Deutschland“. Sie wurden stets durch die Industrie- und Handelskammern (IHK) Brandenburgs unterstützt und durch deren Weiterbildungsangebote ergänzt. „Damit haben wir dazu beigetragen, dass sich die Betriebe sowohl intern als auch in ihrer Außenwirkung stetig verbessert haben und weiter verbessern“, berichtet Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam.

Auch Brandenburgs Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA engagiert sich. „Durch unsere Sterneklassifizierung und die Brandenburger Gastlichkeit konnten wir die Qualität im Gastgewerbe positiv beeinflussen“, betont DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke.

Gerade die vielfältigen Schulungen haben ihre Wirkung nicht verfehlt, bestätigt Dennis Kummer, Bereichsleiter Land- und Naturtourismus bei pro agro. „Ob in Seminaren oder bei Fachveranstaltungen wie den landesweiten und regionalen Tourismustagen - die Anbieter haben viel mitgenommen. Leitfäden wie die Förderfibel für Gastgeberinnen und Gastgeber von TMB und IHK, die alle staatlichen Fördermöglichkeiten im Tourismus erläutert, halfen, Brandenburgs Tourismusangebote zu verbessern und die Gästezufriedenheit zu steigern.“

Die steigende Zufriedenheit der Gäste strahlt auf die märkischen Anbieter aus, beispielsweise auf den Campingplätzen. „Die Hardware-Situation der Plätze hat sich enorm verbessert. Es wurde und wird viel investiert in Spiel-, Sanitär- und Schrankanlagen sowie in die Aus- und Weiterbildung des Personals, unter anderem dank der Mehrwertsteuersenkung für das Beherbergungsgewerbe“, berichtet Katrin Waitek, Geschäftsstellenleiterin beim Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus im Land Brandenburg e.V. „Dadurch sind die Gäste sehr zufrieden. Außerdem bieten die Plätze verstärkt feste mietbare Unterkünfte wie Bungalows oder Übernachtungsfässer an, ein Angebot, das sehr gut angenommen und geschätzt wird. Auch online sind wir immer präsenter etwa bei Onlinebuchungsportalen wie camparound.com oder maxcamping.de“, erläutert Katrin Waitek.

Zur gewachsenen Gästezufriedenheit beigetragen haben auch neue Strategien. „Bei uns hat sich unser stärker an Zielgruppen orientiertes Marketing ausgezahlt“, erzählt Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree. „Wir haben uns auf die Reiseanlässe konzentriert und besondere Events beworben, etwa für Berliner Tagesausflügler im Zusammenhang mit der IGA in Berlin. Dabei haben sich authentische Angebote, um die wir Geschichten gestrickt haben, bewährt. Sehr hilfreich war außerdem ein gutes Binnenmarketing, also die Einbindung der örtlichen Bevölkerung in unsere Tourismusprojekte durch offene Workshop-Veranstaltungen. Gute Erfahrungen haben wir damit etwa in Bad Saarow am Scharmützelsee gemacht.“

Auch beim Wassertourismus wird Brandenburg immer besser und die Gäste zufriedener. So wurde in ganz Nordbrandenburg für Marinas und Häfen die ADAC-Klassifikation eingeführt und damit die Qualitätssteigerung auf breiter Basis vorangetrieben. „Die Häfen haben ihre Infrastruktur deutlich verbessert, ob Reparaturservice, Landlieferservice, Liegeplätze oder Ausschilderung der Wasserwege. Die Bootstouristen schätzen unseren Service mittlerweile sehr“, so Peter Krause, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland. „Unter unserem Label Bett + Kanu bieten 30 Betriebe perfekte Bedingungen für Kanuten. Speziell zugeschnittene Kanu-Mehrtagestouren erfreuen sich reger Nachfrage.“

Eine wichtige Hausaufgabe bleibt für viele Tourismusanbieter Brandenburgs im digitalen Zeitalter. „Die touristischen Betriebe müssen sich den Online-Bewertungsportalen stellen“, konstatiert Kummer. „Wer hier mit der Zufriedenheit der Gäste punktet, wirbt für sich und ermuntert zum Wiederkommen“, sagt Tobias von der IHK Potsdam.


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