Schulanfang : Für 289 000 Schüler startet Montag der Unterricht

Der Schriftzug „Herzlich Willkommen“ wird auch am Montag in den Schulen Brandenburgs die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien wieder begrüßen.
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Der Schriftzug „Herzlich Willkommen“ wird auch am Montag in den Schulen Brandenburgs die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien wieder begrüßen.

Zahl der Lehrkräfte steigt gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 740 auf 19 600, dennoch fehlen weitere Lehrer

svz.de von
01. September 2017, 05:00 Uhr

Nach sechs Wochen Sommerferien beginnt für 289 000 Schüler in Brandenburg am Montag wieder der Unterricht. Damit steigt die Zahl der Schüler erneut – um rund 7000 gegenüber dem vergangenen Schuljahr. Etwa 10 000 der Kinder und Jugendlichen sprechen noch nicht ausreichend Deutsch, sind also in der Regel Flüchtlinge. Für rund 22 200 Erstklässler laufen die Einschulungsfeiern bereits am Samstag. Es sind genauso viele Abc-Schützen wie im Vorjahr.

Da 600 Lehrkräfte in Pension gehen und weitere 600 zusätzlich benötigt werden, mussten 1150 neue Lehrer eingestellt werden. „Dieses Ziel haben wir weitgehend erreicht“, sagte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) gestern. Aktuell sind noch 43 Lehrerstellen ausgeschrieben. Zunächst hatte das Ministerium mitgeteilt, dass erst 1061 neue Pädagogen fest eingestellt wurden. „Doch diese Zahl ändert sich je nach Verlauf der Bewerbungsgespräche laufend“, erläuterte der Minister. Die Zahl der Lehrkräfte steigt gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 740 auf 19 600.

„Bei der Rekrutierung der Lehrkräfte hat uns sehr geholfen, dass die Lehrer der Sekundarstufe 1 mit entsprechender Qualifikation nun alle nach der Besoldungsgruppe A13 bezahlt werden“, sagte Baaske. Dies bedeute ein Plus von rund 450 Euro monatlich. „Das war für viele Bewerber das Kriterium, sich für Brandenburg und nicht für eines unserer Nachbarländer zu entscheiden.“Allerdings sei es immer noch schwierig, junge Lehrkräfte für entlegenere Regionen zu finden, meinte Baaske. So werden etwa in Eberswalde (Barnim) noch viele Lehrer gesucht. Da helfe auch die „Buschprämie“ in Höhe von 300 Euro monatlich für drei Jahre wenig, die dafür gezahlt werden könne.

Befristet eingestellt wurden zudem 575 Lehrkräfte, darunter noch nicht fertig ausgebildete Seiteneinsteiger, Vertretungskräfte und Lehramtskandidaten. Dennoch könne es in Einzelfällen vorkommen, dass an Schulen nicht alle Fächerkombinationen abgedeckt seien, so das Ministerium. Die zusätzlichen Lehrer sind auch notwendig, weil das „Gemeinsame Lernen“ von Kindern mit und ohne Unterstützungsbedarf ausgeweitet wird. Bislang hatten 75 Grundschulen an dem Pilotprojekt Inklusion teilgenommen. Im kommenden Schuljahr gibt es das „Gemeinsame Lernen“ an 129 Schulen, darunter auch Ober- und Gesamtschulen.

Der bildungspolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Fraktion im Landtag, Gordon Hoffmann, forderte eine Einstellungspolitik, die dem Bedarf an Lehrern auf lange Sicht gerecht werde. „Es rächt sich jetzt, dass die Brandenburger Bildungspolitik seit Jahren nur auf Sicht fährt“, sagte er. „Jeden Sommer gleicht es einer Zitterpartie, ob wir alle Lehrerstellen besetzen können.“

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