Freilandmuseum erweitert seine Spreewald-Schau

Wie lebte es sich im Spreewald vor 150 Jahren? In Lübbenau können Besucher in Stuben alter Höfe schauen

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06. August 2016, 05:00 Uhr

In den alten Häusern knarrt der Fußboden. Wäsche hängt auf einer Leine und weht im Wind. Alte Holzkarren stehen vor den Türen. Mitten im Spreewald zeigt das Freilandmuseum Lehde (Oberspreewald-Lausitz), wie die Menschen vor rund 150 Jahren in der Region lebten. Alte Häuser und Höfe wurden von verschiedenen Spreewaldorten hergebracht und Gärten angelegt.

Das Freilandmuseum in Lübbenau gab es schon zu DDR-Zeiten. 2017 wird es 60 Jahre alt, wie der Museumsdirektor des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Stefan Heinz, sagt. Das Gelände hat schon jetzt eine Frische-Kur erhalten: Neues kam hinzu, Altes wurde neu geordnet und es gibt jetzt mehrsprachige Infotafeln, historische Fotos und Filme. Gestern wurde die erweiterte Dauerausstellung eröffnet.

Zu den neuen Ausstellungsstücken gehören ein mehr als 100 Jahre alter Holzkahn, historische Feuerwehrtechnik, Trachten und Holzfässer. Auf dem Gelände soll gezeigt werden, wie der Alltag auf dem Land im 19. Jahrhundert verlief. Mit der Erschließung der kleinen Orte und Dörfer an die Spreewald-Bahn kam mehr Wohlstand in die Region, wie Heinz erläutert. „Davor brachten die Menschen ihre Ware per Kahn und Pferdefuhrwerk in größere Städte.“

Die Einrichtung der Häuser zeugt von der Entwicklung. Das einfache Leben wich nach und nach etwas Luxus. Während in einem Hof aus Lehde um 1840 noch die ganze Familie in einem großen Bett schläft, sieht es in einem Haus von 1920 mit einer edlen Stube ganz anders aus. 80 000 Besucher zog es im vergangenen Jahr laut dem Museumsdirektor ins Freilandmuseum, Tendenz steigend. Mit den Infotafeln, Filmen, einem neuen Lageplan und Infos speziell für Kinder hat der Landkreis das Museumskonzept nun deutlich aufgewertet.

Auch im nahe gelegenen Spreewald-Museum in der Innenstadt von Lübbenau ist die Dauerausstellung erweitert worden. Hier liegt der Fokus auf Spreewald-Städten und ihrer Geschichte. Insgesamt kamen mehr als 100 Ausstellungsobjekte an den beiden Standorten hinzu. Der Landkreis ist für beide Museen zuständig.

An beide Standorte kam vor allem mehr Handwerk: Besucher können sehen, wie Fleischer, Töpfer, Kahnbauer und Böttcher arbeiteten.

Dieser neue Teilbereich passt in das aktuelle Themenjahr des Netzwerks Kulturland Brandenburg zum Handwerk. Ausstellungen, Filme und Workshops zeigen vielerorts in der Mark die Geschichte alter Berufe und spannen den Bogen in die Gegenwart.  

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