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Mehr Leistungen für Politik und Verwaltung : Forschungszentrum im Härtetest

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Veränderungen am Müncheberger Zentrum für Agrarlandschaftsforschung tragen erste Früchte

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Zu wenig sichtbare wissenschaftliche Ergebnisse der 339 Mitarbeiter und gleichzeitig zu großzügige Zahlungen an das Führungspersonal – so lautete noch vor anderthalb Jahren das harsche Urteil der Fachwelt und des Brandenburger Landesrechnungshofs über das „Zentrum für Agrarlandschaftsforschung“ (ZALF) in Müncheberg (Märkisch-Oderland).

Das traditionsreiche Institut beschäftigt sich mit der landwirtschaftlichen Nutzung ganzer Landschaften unter besonderer Berücksichtigung des Klimawandels und der Nachhaltigkeit. Es erhält eine jährliche Basisfinanzierung von 21 Millionen Euro, die je zur Hälfte vom Bund und vom Land kommen. Außerdem wurden bisher bis zu sechs Millionen Euro von Kooperationspartnern eingeworben.

Die scharfe Kritik nahm die Leibniz-Forschungsgemeinschaft, zu der das ZALF gehört, zum Anlass, um die Arbeit des Zentrums vorzeitig auf den Prüfstand zu stellen. Eine „Evaluierung“ – so lautet der Fachbegriff für die wissenschaftliche Bewertung durch unabhängige internationale Experten – die eigentlich erst 2019 angestanden hätte, wurde auf das vergangene Jahr vorgezogen.

Zugleich wurde das Führungspersonal des Zentrums ausgewechselt. Seit Januar 2015 ist die administrative Direktorin Cornelia Braun-Becker im Amt, und vor genau einem Jahr konnte der international renommierte Agrarlandschaftsforscher Frank Ewert als neuer wissenschaftlicher Leiter gewonnen werden. „Das ZALF kann mit seinem Potenzial zu einem wissenschaftlichen Leuchtturm werden“, postulierte er bereits bei seinem Amtsantritt als neuen Anspruch.

Nun kam erfreuliche Nachricht vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin: Das ZALF werde „nach zahlreichen Veränderungen jetzt sowohl wissenschaftlich als auch administrativ sehr gut geführt“. Das Zentrum habe ein vielversprechendes Gesamtkonzept und vermittle seine Erkenntnisse zielgerichtet in Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Praxis. An Bund und Land ergeht die Empfehlung, den eingeschlagenen Weg in den kommenden sieben Jahren zu fördern.

In Brandenburg wird die Empfehlung positiv aufgenommen. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) sagte, ihr Haus sei zuversichtlich, dass das ZALF seinen erfolgversprechenden Weg weiter fortsetzt. „Das Land wird die renommierte Forschungseinrichtung dabei auch in den kommenden Jahren nach Kräften unterstützen“, versprach die Ministerin.

Auf einer Mitarbeiterversammlung verband Frank Ewert das positive Gutachten freilich nicht nur mit dem Dank an die Kollegen, sondern verwies darauf, dass man den neuen Kurs entschlossen fortsetzen müsse.

Die gute Nachricht kommt gerade recht zum bevorstehenden 25. Jahrestag seiner Gründung, den das ZALF am 22. Juni begehen will. „Bei dieser Gelegenheit wollen wir sowohl der wissenschaftlichen Welt wie auch der interessierten Öffentlichkeit unsere Stärken zeigen“, kündigt ZALF-Sprecher Hendrik Schneider an.

 

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