Der Dichter der Mark und das 21. Jahrhundert : Fontane und die Gegenwart

Blick auf die Statue von Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin.
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Blick auf die Statue von Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin.

Seine Art zu recherchieren und zu schreiben passt ins 21. Jahrhundert, meinen Fachleute / Heute wäre er wohl Blogger und würde twittern

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02. Februar 2018, 05:00 Uhr

Er nannte sich selbst Feuilleton- oder Zeitungsschreiber, aber auch „Tagelöhner des Geistes“: Brandenburg ehrt im kommenden Jahr den Autor, Schriftsteller und Journalisten Theodor Fontane (1819-1898) anlässlich seines 200. Geburtstages. Landesweit sind Ausstellungen, Workshops, Lesungen und wissenschaftliche Konferenzen geplant, wie die Organisatoren in Berlin mitteilten. Das Programm ist auf der Internetseite www.fontane-200.de veröffentlicht.

Auftakt ist am 30. März mit einer großen Ausstellung in seiner Geburtsstadt Neuruppin, wo Fontane am 30. Dezember 1819 geboren wurde. Landesweit werde bis zum Jahresende an den Schöpfer von Romanen wie „Effi Briest“ erinnert, sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil. Mit seinem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ sei Fontane bundesweit bekannt. Seine literarischen Reportagen in den „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ seien eine Liebeserklärung an die Landschaft der Mark.

Für das Fontane-Jahr stellt Brandenburg den Angaben zufolge rund 1,8 Millionen Euro bereit. Vom Bund kommt eine Million Euro, zudem schießt die Stadt Neuruppin etwas zu. Fontane sei einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller, betonte Gutheil. „Mit den Veranstaltungen wollen wir nicht nur den Schriftsteller, sondern auch Brandenburg bundesweit in den Blick rücken.“ Es werde nicht nur ein außergewöhnlich produktiver Autor gewürdigt. Sein Schaffen solle im Spiegel des 21. Jahrhunderts betrachtet werden.

An dem Programm unter dem Motto „fontane.200“ arbeiten Dutzende von Projektträger. In der Leitausstellung „fontane.200/Autor“ in Neuruppin stehen das Schreiben und die Texte des großen Literaten im Blick. Unter anderem wird erkundet, wie er seine Figuren entwickelte. Die Ausstellung zeigt Notizbücher, Materialsammlungen und Manuskripte aus Fontanes Nachlass.

In einem anderen Projekt sollen sich junge Leute mit Games einen digitalen Zugang zu dem Jubilar erschließen – Ziel ist dabei die Entwicklung eines Computerspiels. Im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte geht es um den Reisenden Fontane, seine Vorbereitung auf die Reportagefahrten, die Recherchen und das Schreiben.

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