Schönefeld : Finanzchefin geht ein Jahr vor BER-Eröffnung

Heike Fölster, Geschäftsführerin Finanzen beim Flughafen Berlin Brandenburg, verlässt überraschend das Unternehmen und wechselt zur Deutschen Bahn.
Heike Fölster, Geschäftsführerin Finanzen beim Flughafen Berlin Brandenburg, verlässt überraschend das Unternehmen und wechselt zur Deutschen Bahn.

Die zuständige Geschäftsführerin verlässt Flughafengesellschaft Richtung Deutsche Bahn.

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24. September 2019, 05:00 Uhr

Gut ein Jahr vor der geplanten Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER muss sich die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft eine neue Finanzchefin suchen. Die zuständige Geschäftsführerin Heike Fölster habe um die vorzeitige Auflösung ihres Vertrags gebeten, teilte das Unternehmen gestern in Schönefeld mit. Fölster wechselt zur Deutschen Bahn und wird dort Finanzchefin und Vorstandsmitglied bei der Konzerntochter DB Station & Service.

Die Flughafengesellschaft machte keine näheren Angaben zu Fölsters Weggang. Der Aufsichtsrat werde in seiner Sitzung am Freitag über anstehende Schritte für eine Nachbesetzung beraten, hieß es in einer Mitteilung lediglich.

Fölster hielt sich zugute, ihr sei es „in herausfordernden Zeiten“ im Team gelungen, das Fundament für ein verlässliches Unternehmens-Controlling zu legen. Auf dessen Grundlage seien strategische Entscheidungen möglich. „So konnten wir die Finanzierung des Flughafens BER sichern und die Flughafengesellschaft wirtschaftlich erfolgreich führen“, betonte die Managerin.

Der neue Flughafen soll nach dem aktuellen Zeitplan im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Technikprobleme, Baumängel und Planungsfehler hatten den Start seit 2011 immer wieder hinausgezögert. Der Finanzrahmen wuchs seit Baubeginn 2006 von zwei auf 6,5 Milliarden Euro.

Fölster hatte unter anderem Darlehen und Kredite in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bei den Flughafen-Eigentümern Berlin, Brandenburg und dem Bund sowie bei Banken eingeholt. Erst in der vergangenen Woche hatte sie erklärt, das Geld reiche noch bis Ende 2020 oder Anfang 2021. Im November erhalte der Aufsichtsrat einen neuen Businessplan.

Gestern teilte Fölster mit: „Nach sechs Jahren voller Faszination für die Luftfahrt in Berlin und Brandenburg ist jetzt für mich der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen.“ Sie war 2013 vom damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn nach Schönefeld geholt worden. Neben dem heutigen Vorsitzenden Engelbert Lütke Daldrup zählt noch Personalchef Manfred Bobke-von Camen zur Geschäftsführung.

Unterdessen nannte die Brandenburger Landesregierung weitere Zahlen: Der Schallschutz für den BER kostet bislang mindestens 420 Millionen Euro. Insgesamt seien bereits 311 Millionen Euro an Anwohner ausgezahlt worden, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Fraktionslosen Christoph Schulze hervorgeht. Rund 24 500 Wohneinheiten hatten den Angaben nach Anspruch auf Entschädigungen.

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