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Blumenpracht : Farbenpracht und Formenvielfalt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Müncheberger Ehepaar pflegt in seinem Garten mehr als 210 Dahlienarten

svz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Dahlien sind eine Wissenschaft für sich. Das bemerkt schnell, wer den Garten von Reinhold und Monika Roth in Müncheberg (Märkisch-Oderland) betritt. Auf gut 700 Quadratmetern hinter ihrem Eigenheim haben sie mehr als 210 Dahliensorten angepflanzt. Den Betrachter empfängt eine bunte Blütenexplosion, die auf den ersten Blick schlichtweg überfordert. Erst bei genauerem Hinsehen sind Farbkombinationen und Blütenformen zu unterscheiden.

„Es gibt zwölf verschiedene Blütenformen, beispielsweise Kaktusdahlien mit schmalen, fast spitz anmutenden Blütenblättern, Riesendahlien mit Blüten, die im Durchmesser 25 Zentimeter messen und Pompondahlien, deren Blüten kleinen Bällen ähneln“, sagt Reinhold Roth. Hinzu kommen die verschiedenen Farbkombinationen von weiß mit zartem Lila-Stich bis hin zu tief weinroten Blüten, die fast schwarz wirken. „Diese Vielfalt ist für den Laien sicherlich verwirrend, immerhin gibt es allein in Deutschland mehr als 2700 bekannte Sorten“, sagt der 79-Jährige. Davon seien er und seine Frau weit entfernt. Dennoch sei die Suche nach attraktiven neuen Sorten äußerst reizvoll.

Aus Platzgründen haben die Müncheberger Dahliensammler jeweils nur eine Pflanze pro Sorte. Doch auch die würden schon genug Arbeit machen, sagt Monika Roth. „Erst nach den Eisheiligen im Frühjahr dürfen die Knollen in den Boden. Wir machen vorher jedes Jahr einen neuen Pflanzplan, damit es während der Blütezeit nicht immer gleich aussieht in unserem Garten.“

Während der Blütezeit von Juni bis zu den ersten Herbstfrösten müssten täglich verblühte Reste abgeschnitten und hochwachsende Stauden mit Pflanzstäben stabilisiert werden, damit sie nicht abbrechen. Und vor dem Frost sollten die Knollen ausgegraben, in Kisten verstaut und mit Etiketten versehen werden, um die Sorten im nächsten Frühjahr auseinanderhalten zu können, erklärt sie.

Unabhängig voneinander hatten Roth und seine Frau eine Vorliebe für Dahlien entwickelt, jeder in seinem eigenen Garten. „Das war vor unserem Kennenlernen, in den 70er Jahren. Als wir uns trafen, stellten wir fest, dass jeder von uns andere Sorten hat. Das passte“, erinnert sich die 60-Jährige, die als Laborantin im Müncheberger Leibniz-Institut für Agrarlandschaftsforschung arbeitet.

Neue Sorten kaufen Roths ausschließlich bei guten Züchtern, um sicherzugehen, dass die Blüten auch so aussehen wie auf den Verpackungen abgebildet. „Mit Dahlien aus Bau- oder Supermarkt haben wir häufig Pleiten erlebt“, deutet die Hausherrin an. Ihre Lieblingssorte ist eine knallrote Dahlie, deren Blütenblätter deutlich gelb umrandet sind. Stolz ist sie auch auf die älteste deutsche Sorte von 1879, ein eher unscheinbares, weiß blühendes Exemplar namens „White Aster“. Aus lauter Begeisterung haben die Dahlienfans jetzt begonnen, selbst zu züchten. „Jede Pflanze wird anders, selbst aus dem eigenen Genpool.

Das ist total spannend“, beschreibt die Münchebergerin, die in diesem Jahr allerdings über eine Schneckenplage stöhnt. „Die gefräßigen Tiere kriechen bis in die Blüten.“ Andere Gartenfreunde lassen sie und ihr Mann bei jährlichen Dahlienschauen im Müncheberger Heimathaus an ihrer Vorliebe für die bunten Zierpflanzen teilhaben. Die Blüten stehen in Vasen, dazu gibt es jede Menge Gärtnertipps und Fachwissen. „Was beispielsweise kaum jemand weiß: Beheimatet sind Dahlien ursprünglich auf den Hochebenen Mexikos und Guatemalas. Erst im 16. Jahrhundert kamen sie nach Europa“, erzählt der promovierte Landwirt im Ruhestand. Wer das Ehepaar anspricht, kann die Blumen auch direkt im Rothschen Garten bewundern. Die Wege zwischen den Beeten sind allerdings recht schmal. „Wir wollten keinen Schaugarten anlegen“, sagt Roth, der parteiloser Ortsvorsteher in Müncheberg ist.

Deswegen würden sie sich auch nicht an den „Tagen der offenen Gärten“ beteiligen, die in Berlin und Brandenburg nach Angaben der Tourismus Marketing GmbH (TMB) am Wochenende 16. sowie 17. September wieder stattfinden.

„Die Mark ist ein Land der Parks und Gärten. Angefangen von den historischen Gartenanlagen wie in Potsdam-Sanssouci oder auch im Kloster Neuzelle über zeitgenössische Varianten, die im Zuge von Landes- und Bundesgartenschauen entstanden, bis hin zu privaten grünen Oasen“, sagt TMB-Sprecherin Birgit Kunkel. 119 dieser besonderen Privatgärten würden sich an der nächsten Ausgabe der „offenen Gärten“ beteiligen. „Da gibt es wirklich wahre Kleinode, die dann besucht werden können. Viele Hobbygärtner nutzen das, um sich Anregungen für die eigene Gartengestaltung zu holen“, so Kunkel.

 

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