Konzept von Justizministerium und Arbeitsagentur : Ex-Häftlinge in Arbeit bringen

Gefängniszeit für die Ausbildung nutzen

svz.de von
17. August 2016, 05:00 Uhr

Freigelassene Häftlinge sollen in Brandenburg künftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dazu schlossen Justizminister Stefan Ludwig (Linke) und die Geschäftsführerin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, gestern in Potsdam eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Ziel sei es, so auch die Rückfallquote unter den Ex-Inhaftierten zu senken, sagte Ludwig. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass nach Verbüßung der Haftstrafe ein straffreies Leben besser möglich ist als vorher.“ Dazu solle ein nahtloser Übergang von der Haft in eine Ausbildung oder eine Arbeit erreicht werden, erklärte der Minister weiter.

Inhaftierte ohne Freigang sollen häufiger direkt in den Gefängnissen beraten werden. Auch gibt es die Überlegung, den Insassen für den beruflichen Bereich gezielt einen beschränkten Zugang zum Internet zu schaffen.

Mit der Kooperationsvereinbarung solle die zum Teil bereits bestehende regionale Zusammenarbeit eine neue Qualität erreichen, sagte der Minister. Prinzipiell wolle man jeden der rund 1300 Strafgefangenen in Brandenburg erreichen.

Mitunter sei jedoch die Haftdauer zu kurz, etwa wenn es darum gehe, eine während der Haft begonnene Ausbildung abzuschließen, erläuterte der Justizminister weiter. Für solche Fälle werde die Ausbildung in Teilabschnitte gegliedert, so dass sie sich nach der Entlassung fortsetzen lasse.

Mögliche Ausbildungsbereiche sind laut der Vereinbarung zum Beispiel Gebäudereinigung, Gastronomie und Baugewerbe.

Die Geschäftsführerin der regionalen Arbeitsagentur, Cordt, sagte, die Integration in den Arbeitsmarkt sei eine wichtige Aufgabe, gerade unter dem Gesichtspunkt der Resozialisierung. Daher würden Arbeitsagentur und Jobcenter im Land Brandenburg mit ihren Angeboten so früh wie möglich ansetzen. Ähnliche Vereinbarungen gibt es bereits in anderen Bundesländern.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen