Neues Profil : Ex-Gefängnis als Stasi-Archiv

Das ehemalige DDR-Gefängnis  in Cottbus dient als Erinnerungsstätte an politische Häftlinge
Das ehemalige DDR-Gefängnis in Cottbus dient als Erinnerungsstätte an politische Häftlinge

Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus soll neue Ausrichtung bekommen

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04. Oktober 2019, 05:00 Uhr

In der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus soll nach dem Willen der Stadt ein Archiv-Standort des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen angesiedelt werden. In den Gebäuden waren zu DDR-Zeiten viele politische Häftlinge inhaftiert. In den nächsten Monaten werde für den Standort eine Strategie zur künftigen Ausrichtung erarbeitet, teilte die Stadt mit. „An diesem authentischen Ort kann über Unrecht, Werte und Menschenrechte gesprochen werden“, sagte die Leiterin der Gedenkstätte, Sylvia Wähling. „Cottbus hatte in der DDR den höchsten Stand an inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit. Heute geht von hier verstärkt eine Gefahr von Populisten aus.“

Die Stadtverwaltung hat mit der Strategieentwicklung das Cottbuser Institut für Neue Industriekultur beauftragt. Die Öffentlichkeit könne Ideen beisteuern, sagte Wähling. Die Planung wird aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes finanziert.

Nach der Sanierung soll das Gelände in „Traute Lafrenz Bildungs- und Begegnungszentrum Cottbus“ umbenannt werden. Die letzte Überlebende der „Weißen Rose, Traute Lafrenz Page, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde, war vom 6. November 1944 bis Anfang Februar 1945 im Frauenzuchthaus Cottbus inhaftiert. Lafrenz Page hatte sich ab November 1942 an den Aktionen der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um die Geschwister Hans und Sophie Scholl beteiligt. Die Gedenkstätte steht in engem Austausch mit ihr.

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