Schulen : „Es fehlt an klaren Richtlinien“

Über den richtigen Weg die Schulschließungen zu überwinden wird in Brandenburg heftig gestritten.
Über den richtigen Weg die Schulschließungen zu überwinden wird in Brandenburg heftig gestritten.

Nach den ersten Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise streiten die Fraktionen im Landtag über eine weitere Öffnung von Schulen und Kitas

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22. April 2020, 22:00 Uhr

Wann dürfen Brandenburgs Schüler wieder in den Unterricht? Diese Frage bewegt derzeit die Fraktionen im Landtag. Vor allem die oppositionelle Linksfraktion übte dabei teils harsche Kritik an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Eltern, Schüler und Lehrkräfte wollen Transparenz“, sagte die Linken-Fraktionschefin Kathrin Dannenberg am Dienstag. Die Ministerin habe verkündet, wie sie sich Einstieg in Kitas und Schulen vorstellte. „Wir müssen uns nun verständigen und einen Plan entwickeln, wie es weitergehen soll“, sagte Dannenberg. „Wir fordern von der Landesregierung einen Stufenplan.“

So müsse deutlich werden, wie die Kitabetreuung schrittweise und unter Beachtung der Hygienemaßnahmen erhöht werden soll. Deutliche Kritik übte Dannenberg am Fehlen eines Hygieneplans an den Schulen. „Die Verantwortung ist auf Schul- und Kitaträger übertragen worden“, sagte sie. „Es fehlt an klaren Richtlinien, womit die Schulträger und Lehrkräfte am Ende arbeiten sollen.“ Zudem warnte Dannenberg davor, ganze Jahrgänge aus dem Präsenzunterricht bis zum Sommer auszuschließen. „Alle Kinder haben ein Recht auf Schulunterricht. Es kann ein Rhythmus zwischen Präsenz- und Fernunterricht sein.“ Notendruck, Sitzenbleiben und zentrale Abschlussprüfungen der 10. Klassen seien vorläufig nicht angesagt.

CDU-Fraktionschef Jan Redmann verwies dagegen darauf, dass das Land in bestimmten Bereichen derzeit noch auf Sicht fahre. „Durch die Ausweitung der Notfallregelung an den Kitas hat Brandenburg bereits einen sehr weitgehenden Betreuungsanspruch wieder eingereicht“, sagte Redmann. Alle Alleinerziehenden und auch alle freiwilligen Feuerwehrleute könnten künftig ihre Kinder wieder betreuen lassen, im Fall der Feuerwehrleute sogar unabhängig von deren Beruf. Dabei sei es derzeit noch unklar, ob Kita-Kinder den Virus übertragen können. „In den oberen Klassen sind Mindestabstände sicher leichter einzuhalten“, sagte Redmann.

SPD-Fraktionschef Erik Stohn ergänzte, dass im Land immerhin 40 000 freiwillige Feuerwehrleute von dieser Regelung betroffen seien.

Grünen-Fraktionschefin Petra Budke verwies darauf, dass es einen Plan zunächst für Abschlussjahrgänge und Übergänge von Grund- auf Oberschulen gebe. „Ich halte es für sinnvoll, nicht gleich den ganzen Schulbetrieb wieder hochzufahren“, sagte sie. Auch die Schulen müssten sich erst darauf vorbereiten. Die Klassenräume könnten etwa nur kleine Gruppen von Kindern aufnehmen. Sinnvoll wäre es aus ihrer Sicht aber, mit dem Präsenzunterricht bei Kindern zu beginnen, bei denen das Homeschooling nicht laufe.

Die AfD hält laut ihrem Bildungspolitiker Dennis Hohloch dagegen an der bereits in der vergangenen Woche geäußerten Forderung fest, die verschiedenen Klassen an unterschiedlichen Wochentagen zu unterrichten. Zudem sollten zunächst nicht alle Schulfächer angeboten werden. In den Klassen eins bis vier sollten insbesondere Deutsch und Mathematik unterrichtet werden. In der Sekundarstufe I solle dann eine Fremdsprache hinzukommen.

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