A24 bei Rossow : Erster Wolf in der Mark überfahren

Am 27. Oktober tot aufgefunden: der bei Rossow überfahrene Wolf.
Am 27. Oktober tot aufgefunden: der bei Rossow überfahrene Wolf.

Tier wurde offenbar auf der Autobahn 24 bei Rossow getötet. Derzeit wird der Kadaver im Berliner Leibniz-Institut untersucht

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11. November 2015, 20:00 Uhr

Erstmals ist im Norden des Landes Brandenburg ein toter Wolf gefunden worden. Das Tier wurde offenbar auf der Autobahn 24 bei Rossow (Ostprignitz-Ruppin) überfahren. Es lag blutüberströmt am Rand der Fahrbahn. Die Autobahnmeisterei hat es am 27. Oktober eingesammelt.

Derzeit wird der Kadaver im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) genau untersucht. „Ich bin selbst gespannt, ob es ein Sachse, ein Mecklenburger oder einer aus dem Süden Brandenburgs ist“, sagte der Wolfsbeauftragte Robert Franck aus Zechow am Dienstag. „Was ich ausschließen kann, ist aber, dass es sich um den Wolf in der Heide handelt.“

Viele hatten laut Franck schon vermutet, dass es der einsame Graupelz sein könnte, der erstmals 2008 in die Fotofalle der Kyritz-Ruppiner Heide tappte. „Aber wir können auch ohne Gentest davon ausgehen, dass es dieser Wolf nicht war“, so Franck. Denn das überfahrene Tier war noch sehr jung, etwa ein oder zwei Jahre alt. Genaueres wird bei der Auswertung der jetzigen Analysen herauskommen. Diese können allerdings noch ein bisschen dauern. „Das geht nicht so schnell wie bei den Krimis im Fernsehen, wenn die Straftäter überführt werden“, so der Wolfbeauftragte aus Zechow. Mehrere Monate können schon ins Land gehen, bis die ersten greifbaren Resultate da sind.

Erst bei der jüngsten Heidekonferenz war aufgrund verschiedener Fotofallen-Aufnahmen mit anscheinend unterschiedlichen Wölfen der Verdacht geäußert worden, dass es mittlerweile mindestens zwei dieser nicht unumstrittenen Raubtiere in der Kyritz-Ruppiner Heide geben könnte.

Ein wirklicher Nachweis dafür existiert aber nicht. Darauf verweist auch Robert Franck noch einmal. Solch ein unbestreitbarer Beleg wäre etwa, wenn die Kamerafalle beispielsweise zwei Wölfe auf einmal oder kurz hintereinander fotografiert. Das war bislang aber nie der Fall. „Ein einzelner Wolf kann je nach Ernährungssituation, Dunkelheit, Sonneneinstrahlung und mit nassem oder trockenem Fell oft sehr unterschiedlich aussehen“, gibt Franck zu bedenken. Nichtsdestotrotz ist der aufgefundene Wolf Indiz dafür, dass sich die Art anschickt, über kurz oder lang auch den Nordwesten Brandenburgs für sich zu erobern, auch wenn bislang Nachwuchs ausgeblieben ist. Auch nach dem Fund vom 27. Oktober hat es eine Wolfssichtung in einem Wald nahe der Heide gegeben.

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