Brandserie : Erneut Lagerhalle in Flammen

Im Überblick: Die Brände des Feuerteufels in Oberhavel Grafik: Jörn Sandner
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Im Überblick: Die Brände des Feuerteufels in Oberhavel Grafik: Jörn Sandner

Die Brandserie in der Oberhavel setzt sich fort. Nun prüft die Polizei Parallelen zwischen den Attacken.

svz.de von
13. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Eine Serie von Bränden hält die Menschen im Norden des Landkreises Oberhavel in Atem. Am Donnerstagmorgen wurde der Anbau einer Lagerhalle in Zehdenick ein Raub der Flammen. Erneut besteht der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung.

Ersten Erkenntnissen zufolge war das Feuer kurz vor 4 Uhr ausgebrochen. Der etwa 50 Quadratmeter große Anbau brannte dabei komplett aus. In dem Gebäude waren Elektroartikel gelagert. Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Sachschaden von rund 3 000 Euro. Kriminaltechniker untersuchten im Laufe des Tages den Brandort – wie auch das tags zuvor in Grüneberg ausgebrannte Gebäude, das ebenfalls als Lager diente. Mit dem neuesten Fall wurden seit November nun schon zehn größere Feuer im Norden von Oberhavel gezählt, bei denen Brandstiftung vermutet wird. Von einer Serie möchte Polizeisprecherin Dörte Röhrs aber weiterhin nicht reden, da erst die noch ausstehenden Ergebnisse der Kriminaltechniker Aufschluss darüber geben können, ob die Feuer in einem Zusammenhang stehen.

Dennoch gibt es Auffälligkeiten. So hatten die zehn Brände seit November meist landwirtschaftliche Betriebe, Scheunen oder sonstige Lagerstätten zum Ziel. Außerdem gab es durchweg hohen Sachschaden, der sich inzwischen auf rund zwei Millionen Euro summiert. Lediglich der Brand der „Alten Reederei“ in Fürstenberg am Abend des 7. November fällt etwas aus diesem Rahmen, weil hierbei auch Menschen in Gefahr waren. Pensionsgäste mussten seinerzeit vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Die Polizei reagiert auf die jüngsten Vorkommnisse mit dem verstärkten Einsatz von Streifenwagen. Im ländlichen Raum mit seinen vielen verzweigten Wegen gilt das aber nur teilweise als erfolgversprechend. Eine 5 000 Euro-Belohnung, die 2012 von Landwirten und der Gemeinde Löwenberger Land für die Ergreifung von Brandstiftern ausgelobt worden war, soll nun erhöht werden, hieß es.

„Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge“, kommentierte Friedemann Karl, Vorsitzender des Kreisbauernverbands, die Entwicklungen. Gerade wenn es neben teurer Technik auch Futtervorräte treffe, könne dies für einzelne Betriebe existenzbedrohend sein. Karl appelliert an die Wachsamkeit aller Bürger. Je eher neue Feuer erkannt und bekämpft werden können, umso besser lasse sich hoher Sachschaden vermeiden.

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