Erlebbarer Grenzturm

Sein tristes Dasein hat ein Ende. In wenigen Wochen erfüllt der Grenzturm auf dem Elbdeich am Fähranleger in Lenzen eine wichtige Aufgabe: Eine Fotoausstellung dokumentiert die wechselvolle Geschichte dieses Platzes. Außerdem kann der Turm schon jetzt erklommen werden, bietet sich von der Plattform ein schöner Blick ins Land.

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19. April 2009, 05:54 Uhr

Lenzen | "Ideen hatten wir schon häufiger, aber kein Geld, sie umzusetzen", gesteht Andy Pawels, Mitarbeiter der Amtsverwaltung Lenzen-Elbtalaue. Eigentümer des Turms ist die Stadt Lenzen, sie hatte ihn vor wenigen Jahren äußerst preiswert erworben und nun endlich einen finanzstärkeren Partner an ihrer Seite: die Burg Lenzen.

"Der Turm passt hervorragend in unser Projekt Grünes Band", begründet Susanne Gerstner, stellvertretende Projektleiterin der Burg. Das Vorhaben verläuft entlang der ehemals innerdeutschen Grenze, durchzieht die Modellregionen Thüringen, Harz und Elbe. "Hier legt die Fähre an, der Elberadweg führt vorbei und es ist ein geschichtsträchtiger Ort", sagt sie.

Mit der unteren Denkmalbehörde habe man sich schnell einigen können. Der Turm soll dominant bleiben. Außentreppe und Geländer in Silbergrau passen zu dem Betonbau. Wer die steilen Stufen empor steigt, genießt schon heute eine fantastische Aussicht über die Elbtal aue. "In wenigen Tagen stellen wir noch ein Fernrohr auf", locken Pawels und Gerstner. Zudem informieren dann kleine Reliefplatten, was Besucher in welcher Himmelsrichtung erspähen können.

Im früheren Wachraum der Grenzsoldaten findet die kleine Ausstellung ihren Platz. Historische Bilder aus der Region und Aufnahmen aus der Gegenwart sollen oberhalb der schmalen Fensterluken angebracht werden. Viel Platz ist hier oben nicht, da dürfte die Bildauswahl schwer fallen. Vor allem Privatleute hätten ihre Bildarchive geöffnet, Material zur Verfügung gestellt. "Dafür bedanken wir uns herzlich", sagt Susanne Gerstner. Mitte Juni soll voraussichtlich die Eröffnung der Ausstellung sein. Bis dahin sind rund 80 000 Euro, darunter Fördermittel, in das Projekt geflossen.

Der Turm ist einer von sechs Infopunkten auf Brandenburger Seite entlang des Grenzland-Radweges. Die anderen fünf stehen in Gaarz, Unbesandten, Mödlich, Lütkenwisch und Cumlosen. Der 195 Kilometer lange Rundkurs führt über Dömitz, Arendsee, Salzwedel, Lüchow und Hitzacker.

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