Fontane und Bauhaus sollen Besucher anlocken : Erfolgreich mit Kulturtourismus

Blick auf die Statue von Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin.
Blick auf die Statue von Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin.

Kirchenkonzerte sollen besser vermarktet werden – Das Fontane- und das Bauhaus-Jubiläum sollen 2019 Besucher in die Mark locken

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01. März 2018, 05:00 Uhr

Brandenburgs Kulturtourismus hat sich erfolgreich entwickelt. Rund 42 Prozent aller inländischen Besucher in Brandenburg sind Kulturtouristen. Das sagte der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB), Dieter Hütte, gestern im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landtags. Im Bundesdurchschnitt sind es lediglich 19 Prozent. Wie Hütte betonte, blieben Kulturtouristen länger vor Ort als andere Besucher und hätten eine „höhere Ausgabenbereitschaft“. Heute wollen TMB und Brandenburger Wirtschaftsministerium eine ausführliche Bilanz des Brandenburger Tourismusjahres 2017 vorstellen.

Wie Hütte gestern im Ausschuss betonte, stünden 2019 mehrere wichtige Themen auf der kulturtouristischen Agenda. Dazu zählten etwa das 200-jährige Jubiläum von Theodor Fontane und das von der Bundesregierung ausgerufene Bauhausjahr, an dem sich Brandenburg etwa mit der Gewerkschaftsschule in Bernau und einer Ausstellungen im Museum Dieselkraftwerk Cottbus beteiligen wolle.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Filmtourismus: Die TMB habe auf ihrer Website für Filmfans und Cineasten 160 Drehorte markiert. Dazu seien auch Printbroschüren entstanden. „Für die Partner im Film und Tourismus haben wir einen Leitfaden erarbeitet, in dem es darum geht, wie man konkrete Vermarktungsideen und Produktworkshops machen.“

Auch Kultusministerin Martina Münch (SPD) nannte den Kulturtourismus „eine entscheidende Wirtschaftsförderung“ für den ländlichen Raum.

Eine Reihe von Landtagsabgeordneten machte gestern deutlich, wo es noch Ausbaubedarf in den Regionen gibt. So wies der CDU-Abgeordnete Henryk Wichmann darauf hin, dass es in vielen Brandenburger Kirchen anspruchsvolle Konzerte stattfänden. „Da kommen dann vielleicht 20 oder 30 Besucher“, sagte Wichmann. „Was müssen wir tun, um diese Aktivitäten stärker zu vernetzen und die Chancen, die sich da bieten, zu nutzen?“

Aus seiner Sicht brauche es eine lokale App, die Touristen Hinweise auf Veranstaltungen vor Ort gebe. Hütte freilich verwies an dieser Stelle auf die App des Reiselands Brandenburg, in der sich ebenfalls eine Terminvorschau befände. Ulrike Liedtke (SPD) versuchte während der Ausschussitzung, mit ihrem Computer Angebote zum Kulturtourismus in Brandenburg zu finden. Dabei wurde sie auf der Website der TMB vor allem auf Thermenaufenthalte hingewiesen.

Und Gerrit Große (Linke) fragte, ob es nicht auch zu viel Tourismus in Brandenburg geben könne. „Das Schöne ist doch das Beschauliche und Ruhige im Land“, sagte Große. Doch da biß sie bei Dieter Hütte auf märkischen Granit: „Es wird immer Spitzen geben – etwa am Herrentag“, sagte Hütte. „Aber generell sollten wir eher die Devise ausgeben, dass noch Luft nach oben da ist.“

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