Hoffnung für BER : Entspannt im Ausschuss

Blick über den Hauptstadtflughafen in Schönefeld.
Blick über den Hauptstadtflughafen in Schönefeld.

Gestern tagte wieder einmal der Sonderausschuss BER des Landtags

23-73975943_23-73975944_1442577015.JPG von
07. August 2019, 05:00 Uhr

Über dem Potsdamer Landtag scheint die Sonne. Und Flughafen-Chef Engelbert Lütcke-Daldrup bleibt auf dem Weg in den Landtag erst einmal kurz stehen, dreht sich um, zückt sein Handy und fotografiert das Fortunaportal und die Potsdamer Nikolai-Kirche. So entspannt kam der Hauptverantwortliche für den BER wohl noch nie zu einer Sitzung des Sonderausschusses im Brandenburger Landtag.

Doch für Lütcke-Daldrup läuft derzeit alles nach Plan. Die Wirkprinzip-Prüfungen haben begonnen, der termingerechten Eröffnung des Flughafens steht nichts im Wege. „Wir sind alle positiv angetan, dass wir dieses Mal den Terminplan einhalten“, sagte der Flughafenbeauftragte der Landesregierung, Rainer Bretschneider. „Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht.“ Doch selbst wenn die Brandschutzanlagen funktionieren, müssen auch alle anderen Systeme am Flughafen arbeiten. „Wir haben da noch eine Menge vor uns, dürfen aber nicht nachlassen, in dem was vor uns steht.“

Lütcke-Daldrup machte aber auch darauf aufmerksam, dass ein sicheres Gebäude noch kein Flughafen sei. Wenn die Wirkprinzip-Prüfunge der Sicherheitsanlagen abgeschlossen sein, müssten noch alle betrieblichen Anlagen und System gebaut und getestet werden. Auch an der Sicherheitsstromversorgung seien noch noch Mängel zu beheben.

Nennenswerte Kritik der Abgeordneten blieb gestern aus. Einer der größten Flughafengegner, Christoph Schulze (fraktionslos), berichtete von einem Besuch am Flughafen, wo er sich die verbauten Dübel und Kabelkanäle angeschaut habe. „Der Medienkanal ist durchgehend aus Stahlbeton und nicht aus Kalksandstein, wie es berichtet wurde“, sagte er. „Nichts außer Pulverdampf ist geblieben.“

Doch sind die falsch verbauten Dübel nicht sicherheitstechnisch genehmigt: Im September, so Lütcke-Daldrup, werden die Anträge auf Genehmigung vollständig beim Landesamt für Bauen und Verkehr vorliegen.

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben glaubt nicht an die Dübel. Er werde sich nach der Landtagswahl dafür einsetzen, dass ein Sonderermittler die Faktenlage am BER prüft, erklärt er im rbb-Inforadio. „Glauben kann ich den Aussagen - leider Gottes - nach vielen Jahren des Vertröstens nicht mehr so wirklich“, so Senftleben. Es sei fraglich, ob die Dübel für die Kabeltrassen und die dazugehörigen Verlegungsarbeiten am BER funktionieren. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ein bisschen versucht wird, vor einer nicht unwichtigen Landtagswahl, die Öffentlichkeit zu beruhigen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen