Eichwalde : Entsetzen nach Mord an 14-Jähriger

Eichwalde in Trauer: Mit Blumen, Plüschtieren und Kerzen gedenken Anwohner  des toten Mädchens.
Eichwalde in Trauer: Mit Blumen, Plüschtieren und Kerzen gedenken Anwohner des toten Mädchens.

Eine Schülerin aus Eichwalde wurde durch Messerstiche getötet. Die Polizei nimmt ihren Freund fest.

svz.de von
10. Dezember 2013, 15:08 Uhr

Ein Beziehungsstreit war offenbar der Auslöser für die tödliche Messerattacke auf ein 14 Jahre altes Mädchen in Eichwalde (Dahme-Spreewald). Ihr sechs Jahre älterer Freund aus Düsseldorf, den sie über das Internet kennengelernt hatte, wurde kurz nach der Tat am Montag festgenommen.

Das Entsetzen in der 6300-Einwohner-Gemeinde vor den Toren Berlins ist groß. „Unfassbar“, lautet der kurze Kommentar vieler Passanten am Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr am Bahnhof. Am Montag gegen 15 Uhr ist in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Eichwalde ein Mädchen erstochen worden. Dem soll auf einem Waldweg an den Gleisen ein lautstarker Streit vorausgegangen sein. Zeugen beobachteten nach der Tat, wie der mutmaßliche Angreifer auf die Gleise lief, vermutlich mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Polizeibeamte, die später einen Abschiedsbrief fanden, hatten zu diesem Zeitpunkt aber bereits eine Unterbrechung des Zugverkehrs veranlasst. Kurz darauf konnten sie den blutverschmierten Mann festnehmen. Am Dienstag wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen.

Laut Staatsanwaltschaft Cottbus war bei dem Streit auch ein 14 Jahre alter Bekannter des Opfers dabei, der noch versuchte, das Mädchen zu schützen, dabei verletzt wurde und jetzt im Krankenhaus liegt. Bis Mitternacht hatten Spezialisten am Tatort nach Spuren gesucht. Eine Obduktion des Leichnams soll klären, was genau geschah.

Der mutmaßliche Mörder soll das Mädchen vor einem halben Jahr im Internet auf einer Chat-Seite kennengelernt haben. Die Eltern des Mädchens, die ganz in der Nähe des Tatorts wohnen, sollen den Kontakt untersagt haben, hieß es. Dennoch sei der Mann am vergangenen Wochenende erstmals nach Eichwalde gekommen. Gerüchten zufolge soll er bereits im Vorfeld der Tat gedroht haben, sich und seine Freundin umzubringen, wenn sie ihn nicht heirate.

Noch am Montagabend legten Bürger aus Eichwalde Blumen, Tee- und Grablichter in der Nähe des Tatorts ab. Tags darauf besuchten viele Jugendliche den Ort in der Nähe eines Sportplatzes. Auf einer Gedenkseite im Internet trugen sich innerhalb weniger Stunden Hunderte Menschen ein, die der Familie ihr Mitgefühl ausdrückten oder sich von ihrer Mitschülerin verabschiedeten. Die 14-Jährige wurde dabei als „jederzeit lieb und höflich“ beschrieben. Um die Familie des getöteten Mädchens kümmern sich nun Seelsorger. Weitere Helfer betreuen in einer Oberschule des Nachbarorts Wildau die Mitschüler der Getöteten. „Die Kinder haben eine Gedenkecke eingerichtet“, berichtet Schulleiterin Undine Schellschmidt. Sie sei am Montagabend von der Polizei informiert worden und dadurch für die schwierige Situation an der Schule vorbereitet gewesen. Der Bürgermeister von Eichwalde, Bernd Speer (parteilos), äußerte sich bestürzt: „Wir überlegen, ob und wie wir Angehörigen oder Jugendlichen im Ort helfen können. Aber dafür müssen wir zunächst mehr wissen.“

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