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Entführtes Kind stört die Behörden nicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburger Staatsanwaltschaft überweist Fall zurück nach Berlin

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2017 | 09:14 Uhr

Auch acht Wochen nach dem Untertauchen einer Mutter aus Brandenburg sind sie und das zweijährige Kind verschwunden. Unklar bleibt, welche Staatsanwaltschaft für den Kindesentzug zuständig ist. Sebastian Schulz*, der Vater des Mädchens, hatte sich schon Anfang März an die Öffentlichkeit gewandt und die Untätigkeit der Behörden moniert.

Schulz hat das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für Sarah, wenn sich auch Mutter und Vater das Sorgerecht teilen. Das Mädchen hat den Wohnsitz beim Vater in Berlin. Vom gerichtlich genehmigten Aufenthalt bei der Mutter Ende Januar kam Sarah nicht zurück.

Ein Berliner Amtsgericht erließ Anfang Februar eine Anordnung zur Herausgabe des Kindes und eine Grenzsperre, um zu verhindern, dass sich die Frau ins Ausland absetzt. Genutzt hat es nichts. Aus Sicht von Sebastian Schulz gäbe es für die Behörden viele Möglichkeiten, im Umfeld der Mutter zu ermitteln. Er glaube jedoch, dass dies nicht geschehe.

Anfang März hieß es dann, dass die Berliner Staatsanwaltschaft das Verfahren nach Brandenburg abgegeben habe, weil die dortigen Kollegen zuständig seien. Das sieht die Behörde in Frankfurt (Oder) anders. Ein Sprecher erklärte, man lehne die Übernahme ab, weil Berlin zuständig sei. „Die Anzeige wurde in Berlin gestellt und der Tatort ist auch dort.“

Zwar hätten die Berliner Kollegen wegen des letzten Wohnsitzes der Mutter in der Mark die Zuständigkeit Brandenburgs angenommen. Diese ergebe sich aber nicht, da der Aufenthaltsort der Frau unbekannt ist und der Grundsatz gelte, dass bei Tatorten in zwei Ländern jene Stelle zuständig bleibt, die zuerst befasst war.

Sebastian Schulz hat jetzt schriftliche Beschwerden an die Generalstaatsanwaltschaften von Berlin und Brandenburg gerichtet.

* Namen im Text geändert.

 

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