zur Navigation springen

Seltsamer Vogel : Ente brütet wieder direkt in der Fußgängerzone

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Video der Stockente im Blumenkübel vor „Bettenfuchs“ mehr als 30 000-mal geklickt

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Sie ist die unbestrittene Attraktion der Vierradener Straße in Schwedt – eine brütende Stockente in einem Blumenkübel. Einen halben Meter entfernt gehen Passanten vorbei, aber Entenmama lässt sich nicht stören. Schon das zweite Jahr hat sie vor dem Geschäft „Bettenfuchs“ ihr Bett gemacht.

Mitten im Gewühl des Frühlingsmarktes der AG City gelingt Fotograf Oliver Voigt hinter einem Marktstand für Frauenkleidung eine außergewöhnliche Videoaufzeichnung. Mit einer Kamera filmt er in nur 50 Zentimeter Entfernung eine Stockente, die in einem Blumenkübel vor dem Geschäft „Bettenfuchs“ brütet. In einer Sequenz ist zu sehen, dass sie mindestens elf Eier unter sich im Gelege hat.

Bevor sie das Nest für einen kurzen Ausflug verlässt, schnäbelt sie Blätter, Gras und Blüten über das Gelege. Wenn sie bewegungslos über den Eiern sitzt und brütet, ist sie mit ihrem braunen Federkleid über der Blumenerde kaum auszumachen. Einige Passanten gehen keinen Meter entfernt an ihr vorbei, ohne das Tier zu bemerken.

Andere wechseln die Straßenseite Richtung Bettengeschäft und schauen gezielt in den Blumenkübel. Sie gehören wohl zu jenen, die das Video von dem außergewöhnlichen Bewohner der Straße gesehen haben. Mittlerweile sind es mehr als 30 000.

Die Ente ist für die Mitarbeiter von „Bettenfuchs“ keine Unbekannte. Sie hatte schon im Vorjahr in der Vierradener Straße gebrütet. „Als die Küken geschlüpft waren, rief die Entenmutter sie und watschelte mit ihnen im Entengang zum Wasser.

Helmut Reineke geleitete die Enten sicherheitshalber über die Berliner Straße, damit sie nicht unter die Räder geraten“, erzählt Verkäuferin Karina Bauer. Sie und die Mitarbeiterinnen vom benachbarten Geschäft „Mein Frauenzimmer“ haben den Blumenkübel extra so bepflanzt, dass die Ente genug Platz zum Brüten und etwas Deckung von einem Forsythienstrauch hat. Sie schauen gelegentlich nach dem Vogel und retteten schon mal das Gelege vor einem zu eifrigen Arbeiter, der den Kübel wässern sollte und dafür die Ente kurzerhand verscheuchte.

„Eine Stockente kann natürlich brüten, wo sie will. Wir werden deswegen nicht die Vierradener Straße sperren“, sagt der stellvertretende Nationalpark-Leiter Michael Tautenhahn. Er bittet die Bevölkerung aber, Respekt vor dem Lebewesen zu zeigen und Abstand zu halten, damit die Ente zu Ende brüten kann. „Ist doch schön und ein gutes Zeichen, wenn sich ein Tier mitten in der Nationalpark-Stadt offenbar so heimisch fühlt, dass es hier sogar brütet.“

 
 

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen