Brandenburger Schulen : Eltern fordern mit Petition mehr Lehrer

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Auftakt für die landesweite Aktion erfolgte in Eberswalder Backstube

svz.de von
07. Juni 2016, 05:00 Uhr

Barnimer Elternvertreter haben die Online-Petition „Wir brauchen mehr Lehrer an Brandenburger Schulen!“ gestartet. 12 000 Unterschriften wollen sie bis Oktober sammeln.

In der Wärme der Eberswalder Backstube rollen die Kinder den Hefeteig aus. Sie stechen mit Formen kleine Männer und Frauen aus, verzieren sie mit Rosinen und Mandelsplittern. Doch das Ganze ist nicht nur Spaß: Mit dieser medienwirksamen Aktion backen sich Grundschüler aus Eberswalde sowie den Schorfheider Ortsteilen Lichterfelde und Groß Schönebeck ihre dringend benötigten Lehrer – und weisen so auf den Start einer Online-Petition hin. Diese haben Barnimer Elternvertreter fünf Monate lang vorbereitet. Sie haben die Punkte, die ihnen wichtig sind, zusammengetragen und sich informiert, wie die Gesetzeslage ist.

Dabei herausgekommen sind drei zentrale Aspekte: „Das Land Brandenburg muss ab sofort sehr viel mehr tun, um deutlich attraktivere Arbeitsangebote für Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen“, heißt es in der Petition. Auch in die Ausbildung solle verstärkt investiert werden.

Der zweite Punkt ist der Unterrichtsausfall, der nach Ansicht der Initiatoren mit einer höheren Vertretungsreserve bekämpft werden kann. Diese beträgt laut Brandenburger Ministerium für Bildung, Jugend und Sport derzeit rund drei Prozent der Lehrkraft-Ausstattung der Schulen. Jede Bildungseinrichtung bekommt ein wenig mehr Lehrer zugesprochen, als sie für den regulären Unterricht braucht, um so etwa bei Krankheitsfällen reagieren zu können. Die Petition fordert, dass diese Reserve auf mindestens zehn Prozent erhöht wird.

Die dritte Forderung schließt daran an: „Vertretungsunterricht muss fachbezogen erteilt werden.“ Eine allgemein zugängliche Statistik soll offenlegen, ob dieser Punkt umgesetzt wird.

Die Petition ist im Internet abrufbar. Wer mitmacht, muss den vollen Namen und die E-Mail-Adresse angeben sowie die Anschrift hinterlegen. Die Unterschrift erfolgt per Mausklick. „Man kann auch anonym bleiben“, sagt Sandra Lange. Sie ist Elternvertreterin an der Grundschule Lichterfelde und eine der Initiatoren der Online-Petition (hier klicken).
 

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