Ostprignitz-Ruppin : Eine Million Blumenzwiebeln

Diese Doppel-Steganlage führt über die Dosse zu Schaugärten, die das Schrebergärtner-Dasein von damals bis heute präsentieren.
1 von 2
Diese Doppel-Steganlage führt über die Dosse zu Schaugärten, die das Schrebergärtner-Dasein von damals bis heute präsentieren.

Am 18. April öffnet die Landesgartenschau in Wittstock/Dosse: Umbau auf dem Areal fast abgeschlossen. Amtshof bildet das Zentrum

von
15. Januar 2019, 05:00 Uhr

Frühlingshaft funkelte schon das frische Grün der weiten Rasenfläche in der Sonne. Doch der eisige Wind aus dem hohen Norden ließ keinen Zweifel: Es heißt, noch 92 Tage warten, bis die Tore zur Landesgartenschau in Wittstock/Dosse geöffnet werden.

Am Donnerstag vor Ostern wird Einlass sein. 4200 Dauerkarten sind jetzt schon verkauft, außerdem knapp 4000 Tageskarten. Christian Hernjokl, Geschäftsführer der Laga GmbH, blickt zufrieden auf den Vorverkauf wie auch auf den Fortgang der Bauarbeiten. Einiges ist ja noch zu machen. „Aber das sind alles Arbeiten, bei denen uns der Winter keinen Strich durch die Rechnung machen kann“, sagt er beim Presserundgang.

Das Anbringen von Geländern an den Stegen, die Montage der Geräte auf einem der drei Spielplätze, an denen sich die Jüngsten austoben können, Innenausbauten in Gebäuden am Bahnhof, zum Beispiel für die Blumenhalle – all das hat die GmbH noch vor sich, wird aber bis Mitte April erledigt sein, versichert Hernjokl. Wichtig sei, dass die Betonfundamente drin sind, der Rollrasen verlegt ist, die Dammterrassen fertig wurden und auch der Umbau des Amtshofes so gut wie abgeschlossen ist.

Der Amtshof, direkt am Museum in der Alten Bischofsburg, wird nicht nur örtlich das Zentrum; dort werden vor allem in den Abendstunden die meisten Besucher erwartet, wenn Schlagerstar Michelle oder die Country-Legenden von Truck Stop Konzerte geben. Für 1000 Sitzplätze und noch einmal so viel Stehplätze ist Raum vor der Bühne.

Alle 172 Laga-Tage zusammengenommen, werden in Wittstock mindestens 300 000 Besucher erwartet. Wer mit dem Auto anreist, wird durch das Parkleitsystem zum Dosseteich geleitet, wo der Wagen abgestellt werden kann. An der dort befindlichen Tourist-Info können Karten gekauft werden, falls das nicht schon vorher passiert ist. Der Einlassbereich wird voller Marktbuden sein, die regionale Produkte anbieten – lokale Köstlichkeiten oder Praktisches für den eigenen Garten. Der Weg führt weiter an Beeten mit Wechsel- und Staudenbepflanzungen vorbei. „Wir haben insgesamt eine Millionen Blumenzwiebeln in die Erde gebracht“, sagt Hernjokl.

Der Weg an der Stadtmauer entlang ist asphaltiert. In Richtung Dosse hin gibt es parallel einen befestigten Sandweg, der an einem Himbeergarten vorbeiführt. Das Areal soll an Theodor Fontanes Gedicht „Im Garten“ erinnern. Über die Dosse führt eine Doppel-Steganlage zu Schaugärten, die das Schrebergärtner-Dasein von damals bis heute veranschaulichen. Weiter geht es zum terrassenartig gestuften Wall, von dem aus es einen herrlichen Blick hinunter gibt – und der von einer Spielfläche dominiert wird. Dort wird es allerdings nicht die geplante Libelle geben, eine Konstruktion mit Spielelementen für Kinder und Aussichtsplattform für Erwachsene. Sie war von den Planern als das Wahrzeichen schlechthin für die Laga 2019 entworfen worden. An dem Blickfang wollten sie auch noch im April vorigen Jahres unbedingt festhalten. Es hatte sich herausgestellt, welch komplexe Anforderungen das Libellen-Bauwerk für die Statik erfordert hätte. Der finanzielle Aufwand für einen vertretbaren Bau war dann zu hoch, so Hernjokl. Dafür gibt es nun zwei großflächige Sandflächen, die im Mittelpunkt eines großen, Rasen umsäumten Spielplatzes stehen.

Über die Schnittstelle des Amtshofes geht es weiter die Glinze entlang. Dieser Nebenfluss der Dosse führt durch den Friedrich-Ebert-Park, dessen Ausgestaltung besondere Herausforderungen in Sachen Denkmalschutz brachte: So konnten die geplanten grünen Bänke nur aufgestellt werden, weil Bürgermeister Jörg Gehrmann versprach, sie nach der Laga weiß streichen zu lassen, wie es die Denkmalschützer verlangten. Im Ebertpark versprechen ein Wasserspielplatz erneute kindliche Vergnügungen. Eine begehbare Holzkonstruktion ist ans Ufer gesetzt, dass man die Beine im frischen Glinzewasser baumeln lassen kann. Und erneut erinnert ein Fontanegarten an den 200. Geburtstag des in Neuruppin geborenen Dichters im Laga-Jahr. Diese Anlage wird sich an den „Kindheitserinnerungen“ orientieren, für die Fontane den Garten seiner Eltern in Swinemünde ausgiebig beschrieben hat.

Der Ebertpark führt dann zum Bahnhofsgelände. Es ist der zweite Eingangsbereich – für alle, die mit Bahn oder Bus anreisen. Dort befindet sich auch das ehemalige Güterlager-Gebäude, das zur Blumenhalle mit zwölf wechselnden Blütengewächs-Schauen umgebaut und umfunktioniert wird.

Viel Wert wird zum einen auf Natur gelegt, zum anderen auf Bildung. Im Zuge der Laga-Vorbereitungen ist die Dosse beispielsweise in ihr natürliches Bett verlegt worden. Feuchtwiesen geben eine Ahnung davon, wie die Dosselandschaft vor der Begradigung von Flussläufen war. Schulklassen können im Grünen Klassenzimmer am Museum ihr botanisches Grundwissen auffrischen. Ein Themengarten wird an den 172 Tagen vor den Augen der Besucher aufgebaut: Sie erleben also ganz frisch, wie beispielsweise eine Pergola entsteht und können Fragen dazu stellen.

Nicht zuletzt soll ein vielseitiges gastronomisches Angebot und die direkte Nähe zur Innenstadt dafür sorgen, dass Besucher von der Gartenschau überzeugt sein werden – und vielleicht ein zweites Mal vorbeischauen wollen. Vor sechs Jahren bei der bislang letzten Laga in Prenzlau, als schon Hernjokl der Laga-GmbH vorstand, waren auch 300 000 Gäste das Ziel. Gekommen waren am Ende rund 465 000.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen